Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway übernimmt für die unglaubliche Summe von 44 Milliarden US-Dollar das US-Bahnunternehmen Burlington Northern Santa Fe. Berkshire zahle 100 Dollar pro Aktie und damit einen Aufpreis von 31,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Die Anteilsscheine von Burlington sprangen nach Bekanntgabe der Übernahme vorbörslich um 28 Prozent in die Höhe.
Berkshire hielt bereits 22,6 Prozent an Burlington und kauft nun die restlichen 77,4 Prozent. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden. Analysten werten Buffetts Engagement als Einstieg in das Kohlegeschäft. Burlington transportiert den Rohstoff innerhalb der USA.
Kaufpreis höher als Buffetts Privatvermögen
Im Zuge der Wirtschaftskrise hatte auch die Investmentlegende Buffett viel Geld verloren. Das Vermögen des zweitreichsten Amerikaners schmolz um zehn Milliarden auf geschätzte 40 Milliarden US-Dollar. Der Zukauf von Burlington für 44 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden übersteigt somit sogar Buffetts Reichtum.
Wie immer versucht der Investor frühzeitig einen Wert zu heben, den die Börse noch nicht in den Kurs "eingepreist" hat. Die Übernahme ist eine Wette auf die wirtschaftliche Zukunft der USA. "Ich liebe solche Wetten", sagte Buffett. Der Bahnverkehr auf der Schiene sei entscheidend für das künftige Wachstum Amerikas. "In 10, 20 oder 30 Jahren wird es mehr Leute geben, die mehr Güter transportieren."
Buffetts Holding kontrolliert derzeit etwa 80 Firmen aus dem Finanz-, Versorger-, Gastronomie- und Großhandelsbereich. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte Berkshire einen Nettogewinn von 3,3 Milliarden US-Dollar erzielt: das beste Ergebnis seit fast zwei Jahren. Die Burlington-Übernahme ist der mit Abstand teuerste Zukauf in der Firmengeschichte. Dennoch bleibt dem Unternehmen jetzt immer noch eine Liquidität von über 20 Milliarden US-Dollar.
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