Die Aktien von deutschen Chemiefirmen wie Weltmarktführer BASF, Lanxess und Altana können von den positiven Branchennachrichten kaum profitieren. Sie geben am Mittwoch im Zuge der schlechteren Marktstimmung besonders stark nach, waren als Frühzykliker zuletzt aber auch besonders gut gelaufen. Dabei hatten sie die nun am Mittwochvormittag vom Branchenverband VCI verkündeten guten Nachrichten wohl auch schon größtenteils vorweggenommen.
Hinzu kommt: Ein Wachstum hat in der Chemiebranche lediglich im Vergleich zum Vorquartal stattgefunden. Deutschlands viertgrößter Industriezweig setzte im Zeitraum von April bis Juni 34,3 Milliarden Euro um, das sind 1,3 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Jahres. Vor allem das Auslandsgeschäft sorgte für eine Belebung. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Branchenumsatz allerdings um 18,8 Prozent zurück.
Immer noch "schwierig"
Selbst Verbandschef Lehner musste daher zugeben: Grund zum Jubeln oder gar zur Entwarnung bestehe somit nicht. Die Lage sei nach wie vor "schwierig". Trotz der Belebung sei das Produktionsniveau immer noch unbefriedigend. Nach dem schwachen Jahresstart rechnet der Verband für das Gesamtjahr 2009 weiterhin mit dem schärfsten Produktionseinbruch seit 1975. Die Produktion dürfte um zehn Prozent schrumpfen trotz der erwarteten weiteren Belebung der Nachfrage im zweiten Halbjahr.
Die Chemiebranche gilt als guter Indikator für den Zustand der Wirtschaft. Die Branche bekommt konjunkturelle Auf- und Abschwünge in der Regel sehr früh zu spüren, weil sie wichtige Industrien wie etwa die Automobil- oder Bauindustrie mit Vorprodukten beliefert.
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