Laut einer Ad-hoc-Mitteilung vom Freitagmorgen plant der Münchner TecDax-Konzern eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von bis zu 337 Millionen Aktien. "Von einer Tochtergesellschaft der Apollo Global Management LLC gemanagte Fonds" hätten sich verpflichtet, bis zu 326 Millionen neue Aktien zu erwerben.
Knackpunkt ist, wie immer bei einer Kapitalerhöhung, jedoch der Bezugspreis. Dieser soll nur bei 2,15 Euro liegen und damit deutliche 16 Prozent unter dem gestrigen Xetra-Schlusskurs von 2,58 Euro.
Bezugsrecht für Altaktionäre
Der niedrige Preis wird jedoch ein wenig durch die Tatsache abgemildert, dass Infineon seinen Altaktionären Bezugsrechte für die neuen Aktien anbieten will. Sie können die neuen Aktien in einem Verhältnis von vier neuen zu neun Altaktien beziehen. Die Bezugsfrist für die neuen Aktien beginnt nach Genehmigung des Wertpapierprospekts durch die BaFin.
Anteile, die die Alteigner nicht kauften, wird Apollo abgreifen. So kann der Investor größter Aktionär werden und bis zu "30 Prozent minus eine Aktie" an Infineon erwerben. Apollo strebt einen Anteil von mindestens 15 Prozent an.
Niedriger Preis ein großes Manko
Die Kapitalerhöhung kommt angesichts der finanziellen Nöte des Chipherstellers nicht völlig überraschend: Infineon hatte im ersten Halbjahr einen Nettoverlust von 662 Millionen Euro geschrieben. Die Einnahmen aus der Kapitalerhöhung sollen laut Infineon dazu genutzt werden, "Verbindlichkeiten zurückzuzahlen und die Liquidität der Gesellschaft zu stärken".
Einige Händler werteten daher den Apollo-Einstieg positiv nach dem Motto: "Immerhin dürfte Infineon damit erst einmal aus dem Schneider sein". Anderen Marktbeobachtern erscheint dagegen das Volumen der Kapitalerhöhung "etwas zu hoch" und der Preis "etwas zu niedrig". Sie befürchten einen immensen Verwässerungseffekt.
Anleger schlossen sich dieser Meinung zunächst an: Die Infineon-Aktie verlor zu Handelsauftakt bis zu 5,0 Prozent auf 2,44 Euro, drehte dann aber ins Plus.
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