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Meldung


07.04.2009 15:49
Commerzbank vor neuem Milliardenloch?
Die Frankfurter Bank könnte laut der Ratingagentur Moody's vor Abschreibungen in Milliardenhöhe stehen. Die Kreditwürdigkeit des Instituts würde dann leiden, so Moody's. Die Aktie kommt unter Druck.
Bild zum Artikel Banken-Abort in luftiger Höhe - im Commerzbank-Hochhaus 

Notierten die Commerzbank-Papiere am Vormittag noch deutlich im Plus, ging es am Nachmittag talwärts. Mit minus fünf Prozent gehörte die Coba-Aktie neben der der Deutschen Bank zu den größten Tagesverlierern im Dax.

"Druck auf das aktuelle Rating"
Die Kurswende wurde von einer Mitteilung der Ratingagentur Moody's verstärkt, nach der es um die Bonität der Bank nicht zum Besten bestellt ist: Analystin Katharina Barten hatte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, sie rechne mit Belastungen von bis zu 6,8 Milliarden Euro in den kommenden 18 Monaten. "Falls dieses Szenario eintritt, wird der Druck auf das aktuelle Rating steigen", so die Expertin. Moody's bewertet die Commerzbank derzeit mit der Note AA3, das ist zwei Stufen schlechter als die Bonitätsnote der Deutschen Bank.

Die Bank musste wegen Verlusten bei der Hypothekentochter Eurohypo und der frisch übernommenen Dresdner Bank bislang mit rund 18 Milliarden Euro an Kapital gestützt werden. Eine höhere Beteiligung des Staates, der derzeit mit rund 25 Prozent an der Bank beteiligt ist, könne die Rating-Gefahr verringern, so die Analystin. Als quasi staatliche Bank würde dem Institut die Refinanzierung damit leichter fallen.

Zweite Finanzspritze kann noch nicht gesetzt werden
Derzeit allerdings kämpft die Bank zusammen mit der Bundregierung darum, von der EU grünes Licht für eine weitere staatliche Finanzspritze in Höhe von zehn Milliarden Euro zu bekommen. Nach einem Pressebericht könnte die Kommission drastische Einschnitte bei dem Institut fordern, bevor die Rettung genehmigt gibt.

Nach Angaben des Handelsblattes, dass sich auf "Finanz- und Regierungskreise" beruft, diskutiert EU-Kommissarin Neelie Kroes derzeit zwei Zugeständnisse mit der Bank: Eines könnte die Trennung von der Hypothekentochter Eurohypo beinhalten, das andere die Abspaltung des Osteuropa-Geschäfts der zweitgrößten deutschen Bank. "Es gibt Gespräche, aber es gibt nichts Finales", zitiert die Zeitung einen der Insider.

"Per se" nicht lebensfähig?
Hintergrund der EU-Forderungen sind offenbar Bedenken, dass die geplante Finanzhilfe in Höhe von 18,2 Milliarden Euro für die Commerzbank zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem europäischen Bankenmarkt führen könnte. Angeblich bezweifelt die Kommissarin zudem, dass die Commerzbank "per se" lebensfähig ist.

Eine Abspaltung der Eurohypo, die die Bank erst 2005 übernommen hatte, dürfte neuen Spekulationen um eine Zusammenlegung mit der Hypo Real Estate (HRE) Vorschub leisten. Die HRE steht kurz vor der Übernahme durch den Staat.

Sollte sich die Commerzbank von den beiden Geschäftseinheiten trennen, würde das Institut um insgesamt 13.000 Stellen schrumpfen. Im Zuge der Übernahme der Dresdener Bank durch die Commerzbank sollen bereits 9.000 Jobs bei dem fusionierten Unternehmen wegfallen.

AB
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