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18.03.2009 21:26
Fed pumpt eine Billion Dollar in die Wirtschaft
von Detlev Landmesser
Eine Viertelstunde nach sieben gerieten die Finanzmärkte in Aufruhr: Mit massiven Geldspritzen will die amerikanische Notenbank die Wirtschaft ankurbeln – jetzt erstmals auch mit dem Kauf von Staatsanleihen.
Gebäude der Federal Reserve (Fed) in Washington, D.C., USA (Quelle: dpa/picture-alliance) vergrößernFed-Zentrale in Washington, D.C. 

Wie erwartet, beließ die Notenbank im Anschluss an die zweitägigen Beratungen des geldpolitischen Ausschusses ihren Leitzins in der historisch niedrigen Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent. Dagegen weitete sie ihre Maßnahmen zur Ausweitung der Geldmenge, das so genannte Quantitative Easing, massiv aus.

Eine weitere Billion Dollar wird "gedruckt"
Insgesamt will die Fed mehr als eine Billion, also 1.000 Millarden Dollar zusätzlich in den Wirtschaftskreislauf pumpen.

Erstmals in der Geschichte beschlossen die Notenbanker, innerhalb der nächsten sechs Monate langlaufende US-Staatsanleihen im Wert von bis zu 300 Milliarden Dollar zu kaufen. Damit will die Fed nun auch die Langfrist-Zinsen direkt nach unten drücken, um die Kreditnachfrage zu stimulieren. Finanziert wird dies durch die Schöpfung neuen Geldes, anders ausgedrückt durch die Notenpresse.

Noch mehr Geld stellt die Federal Reserve für die Ausweitung des bereits bestehenden Programms zum Aufkauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren bereit. In diesen Bereich, in dem die Fed besonders die praktisch wertlos gewordenen Problempapiere im Blick hat, sollen weitere 750 Milliarden Dollar fließen, was das Programm auf rund 1,25 Billionen Dollar ausweitet.

Aktien, Anleihen und Euro haussieren
Die Finanzmärkte gerieten angesichts dieser Ankündigungen in Aufruhr: An der Wall Street schnellten sowohl die Kurse der Aktien als auch die der Anleihen deutlich nach oben. Der marktbreite S&P-500-Index, der zuvor um die Nulllinie gependelt hatte, ging 2,1 Prozent höher aus dem Handel.

Der Dollar musste dagegen den berechtigen Sorgen vor den inflationären Folgen der Geldmengenexpansion Tribut zollen. Der Euro sprang gegenüber der US-Währung um fast vier Cent auf knapp unter 1,35 Dollar.

"Wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert"
Fed-Chef Ben Bernanke begründete die Beschlüsse damit, dass sich die wirtschaftliche Lage in den USA seit dem letzten Treffen der Notenbanker im Januar weiter verschlechtert habe.

Die Fed werde in dieser Situation alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, "um die wirtschaftliche Erholung voranzutreiben und Preisstabilität zu gewährleisten". Die eingeleiteten Schritte würden eine "schrittweise Wiederaufnahme des Wachstums" nach sich ziehen, erklärte Bernanke.

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