Das Tagestief lag bei 4.870 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren. "Die Märkte fangen an, eine globale Rezession einzupreisen", sagte ein Händler.
Erneut trifft es im Dax die Deutsche-Bank-Aktie besonders hart. Das größte deutsche Kreditinstitut rechnet mit weiterem Druck auf die Wertpapiere in den Bilanzen der Banken. Auch Allianz-Aktionäre sind nicht zu beneiden. Dagegen halten sich Commerzbank-Papiere noch vergleichsweise gut.
Leerverkäufe ante Portas
In den USA droht Finanzwerten am Nachmittag möglicherweise neuer Gegenwind. Die US-Börsenaufsicht SEC will Verbot von Leerverkäufen wie bereits bekannt am Mittwoch aufheben.
Die britische Regierung will den angeschlagenen Banken des Landes einen Kredit in Höhe von 200 Milliarden Pfund zur Verfügung zu stellen. Zudem kündigte die Regierung an, Finanzspritzen in Höhe bis zu 50 Milliarden Pfund für die acht größten britischen Banken bereitzustellen. Der Staat erhält im Gegenzug Vorzugsaktien.
Kein Handel in Russland
Dennoch steht auch die Börse in London massiv unter Druck. Einen alternativen Weg hat die russische Börse in Moskau eingeschlagen. Nachdem der Aktienindex Micex zu Handelsbeginn um 14 Prozent in den Keller gerauscht war, wurde der Handel bis zum 10. Oktober gestoppt.
Nikkei im Abwärtsstrudel
Aus Asien kommen Nachrichten von dramatischen Kursverlusten. Der Nikkei-Index brach am Mittwoch zeitweise um 9,4 Prozent auf 9.203 Punkte ein. Das war der größte Einbruch seit dem Tag nach dem "schwarzen Montag" im Oktober 1987. "Die sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten und die immer tiefer gehende Finanzkrise bringen nahezu überbordende Sorgen mit sich", sagte ein Fondsmanager. "Niemand kauft, auch wenn die Aktien billig bewertet sind." Auch die Börse in Shanghai stand deutlich unter Druck, auch wenn sie kein neues Jahrestief erreichte.
Der japanische Markt wurde zudem durch einen Bericht der Wirtschaftszeitung "Nikkei" belastet. Danach droht Toyota ein Gewinnrückgang von 40 Prozent. Der Konzern würde damit die eigenen Erwartungen als auch die Prognosen der Analysten verfehlen. Das belastet im Dax die Aktien von Daimler und BMW. Bei BMW kommt noch eine schlechte Nachricht vom Unternehmen hinzu. Der Konzern hat September 14,6 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Vorjahr.
Die Aktien des Siemens-Konzerns stehen ebenfalls massiv unter Abgabedruck. ING hat ein Verkaufsempfehlung ausgesprochen. JPMorgan senkte das Kursziel angesichts des schwächeren Wirtschaftsausblicks und gesenkter Wachstumsprognosen zudem von 95 auf 87 Euro.
Infineon belastet
Die Aktie des Halbleiterherstellers Infineon steht im Dax unter Druck. Händler verwiesen neben der schwachen Gesamtmarktentwicklung auf einen Bericht der Zeitung "Nikkei". Danach sind die Preise für Speicherchips im August um 24 Prozent eingebrochen.
Conti im Blick
Der Autozulieferer Continental denkt darüber nach, seine Reifensparte zu verkaufen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Der Konzern habe die Investmentbank Perella Weinberg beauftragt, sich auf Käufersuche zu machen. Außerdem will die Schaeffler-Gruppe in der kommenden Woche die Conti-Übernahme endgültig annehmen.
Klöco hätte besser geschwiegen
Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) wird im laufenden offenbar weniger Unternehmen übernehmen als ursprünglich geplant. "Wir wollen weiter zukaufen. Wir müssen aber in dieser Phase noch kritischer als bislang prüfen, ob sich die Zukäufe auch lohnen", sagte KlöCo-Chef Thomas Ludwig in einem Gespräch mit Reuters.
Gea holt Bestellungen rein
Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea hat auch im dritten Quartal vier Prozent mehr Aufträge als im Vorjahr verbucht. "Dieser Geschäftserfolg unterstreicht gerade in schwierigen Zeiten die Stabilität des Kerngeschäfts der Gea", betonte Firmenchef Jürg Oleas.
Douglas im Plan
Der Handelskonzern Douglas hat im vergangenen Geschäftsjahr 2007/08 seinen Umsatz um 4,6 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesteigert. Der Konzern hatte sich einen um 4 bis 6 Prozent höheren Umsatz zum Ziel gesetzt. Zum Ergebnis machte Douglas keine Angaben, bekräftigte aber die Prognose.
Comdirect profitiert von Crash
Der Online-Broker Comdirect hat im September die Zahl der ausgeführten Aufträge August um rund 42 Prozent auf 811.538 gesteigert. Allerdings sank der Wert des betreuten Vermögens um mehr als eine Milliarde Euro auf 21,1 Milliarden Euro.
Catoil warnt
Die Aktie des im SDax notierten Ölfeld-Dienstleisters Catoil leidet massiv. Das Unternehmen ist nicht mehr sicher, ob das Umsatzziel des laufenden Jahres in Höhe von knapp 300 Millionen Euro erreicht wird. "Wir sind uns nicht sicher, ob wir das erreichen können", sagte Vorstandschef Manfred Kastner der "Börsen-Zeitung".
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