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Aktie des Tages


06.09.2007 11:52
Thielert kommt nicht zur Ruhe
Der verwickelte Rechtsstreit zwischen dem Thielert-Chef und dem Investor Marco Hahn lastet weiter auf der Aktie des Flugzeugmotorenherstellers. Am Donnerstag fing sich der SDax-Titel wieder.
Frank Thielert, CEO Thielert AG (Foto: Thielert AG) vergrößernUnternehmensgründer Frank Thielert 

Wie gestern bekannt wurde, haben Staatsanwälte Ende August Räume des Thielert- Unternehmensgründers Frank Thielert und des Aufsichtsratschefs Georg Wittuhn durchsucht. Der SDax-Titel rutschte daraufhin im späten Geschäft um rund fünf Prozent ab. Am Donnerstag setzte sich der Kursverfall zunächst fort, bevor eine Erholung einsetzte.

Thielert-Unternehmenssprecher Sebastian Wentzler betonte gegenüber boerse.ARD.de, die Ermittlungen richteten sich nicht gegen Thielert und Wittuhn in ihrer Funktion als Organe der Gesellschaft. Sie beträfen vielmehr die "Eignersphäre". Gemeint ist ein ganzes Geflecht von Klagen und Gegenklagen zwischen Thielert und dem Investor Marco Hahn.

"Anfangsverdacht" gegen Frank Thielert
Insgesamt seien fünf Standorte in Hamburg, Thüringen und Sachsen unter Beteiligung mehrerer Staatsanwälte durchsucht worden, darunter zwei Rechtsanwaltskanzleien, bestätigte die Staatsanwaltschaft Kiel gegenüber boerse.ARD.de. Dabei sei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden, das jetzt ausgewertet werde. Die Ermittlungsbehörde sehe einen Anfangsverdacht des versuchten gemeinschaftlichen Betruges und der versuchten gemeinschaftlichen Urkundenfälschung gegen Thielert und Wittuhn, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Nach ARD-Informationen hat ein von der Behörde in Auftrag gegebenes Gutachten Zweifel an der Datumsechtheit eines Vertrages erbracht, mit dem Unternehmensgründer Thielert die Leihe eines Aktienpakets an den Investor Hahn beweisen will. Diese Aktien soll Hahn nach Darstellung Thielerts veruntreut haben – was Hahn bestreitet.

Nichts Neues von Ermittlungen gegen AG
Mit den laufenden Ermittlungen gegen die Thielert AG wegen des Vorwurfs der Bilanzfälschung haben die jüngsten Durchsuchungen dagegen nichts zu tun – jedenfalls nicht direkt. Für die anonyme Strafanzeige im vergangenen Oktober, die die Untersuchungen ausgelöst hatte, soll angeblich Hahn verantwortlich sein.

Für das erste Halbjahr hatte das Hamburger Unternehmen einen kräftigen Gewinnsprung gemeldet: Bei einem Umsatzplus von 74 Prozent auf 41 Millionen Euro stieg der Halbjahresgewinn um 71 Prozent auf 4,7 Millionen Euro.

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