Seit dem Wochenende nutzt der Internet-Einzelhändler für seine Such-Angebote A9.com und Alexa.com die neue Software "Windows Live" von Microsoft.
Windows Live biete eine "sehr interessante, starke Internet-Suchoption", sagte A9-Chef Davin Tennenhouse am Montag zu Reuters. Amazon habe die Suchfunktionen von Google am Sonntag von seiner Internetseite entfernt, nachdem der Vertrag ausgelaufen sei. Über Einzelheiten zum Vertrag mit Microsoft machte der Manager keine Angaben. Nur nebenbei: Den Vorgänger von Tennenhouse auf dem A9-Chefsessel, den Wissenschaftler Udi Manber, hatte Google im Februar abgeworben.
Such-Anteil von Microsoft rückläufig
Die Vereinbarung sei Teil eines allgemeineren Plans, die Suchmaschinenmarke Windows Live mehr Verbrauchern anzubieten, sagte Microsoft-Manager Justin Osmer der Agentur Bloomberg. Den Erfolg kann der Software-Gigant gut gebrauchen: Im April war der US-Marktanteil von Microsoft bei der Nutzung von Internet-Suchmaschinen von 14 auf elf Prozent gesunken. Dagegen baute Google seine Führungsposition auf 49 Prozent aus. Auch Yahoo konnte seinen Marktanteil auf 22 Prozent steigern.
Auch mit der neuen Version seines Internet Explorers will Microsoft offenbar im Such-Wettbewerb Boden gut machen. Laut einem Bericht der "San Jose Mercury News" soll Microsofts neuer Browser Internet Explorer 7 eine Suchbox enthalten, bei der zum Teil Microsofts eigene Suchmaschine MSN Search vorinstalliert ist. Dagegen habe sich Google bereits bei den Wettbewerbshütern in Europa und den USA beschwert. Google betrachte dies als erhebliche Behinderung des Wettbewerbs. "Unternehmen sollten zum Vorteil der Nutzer mit der Qualität ihrer Suchservices in Wettbewerb treten", zitiert die Zeitung die Google-Managerin Marissa Mayer.
Alle gegen Google?
Das Gerangel zwischen Google und Microsoft verstärkt den Eindruck, dass sich der Konkurrenzkampf zwischen dem führenden Suchmaschinen-Anbieter und anderen US-Internet-Größen verschärft. Erst vor wenigen Tagen hatte das "Wall Street Journal" berichtet, das Online-Auktionshaus Ebay führe Gespräche mit Yahoo und Microsoft, um ein Bündnis gegen den Emporkömmling zu schmieden (vgl. den Beitrag "Google wird der Konkurrenz zu mächtig").
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