Finanzanalysten hatten dagegen mit einer Spanne zwischen 26 und 32 Euro gerechnet. Das ergab eine Umfrage des „Handelsblatt“. Die Deutsche Post hat ihre Tochter mit einem Wert in den Büchern stehen, der einem Preis von 29,73 Euro je Anteilsschein entspräche.
Ginge es nach Post-Chef Klaus Zumwinkel, müssten Anleger 36,59 Euro je Postbank-Papier bezahlen. Er schätzt den Marktwert des Geldinstitutes auf etwa sechs Milliarden Euro. Die Postbank ist nach den Worten von Zumwinkel ein solides und wachstumsorientiertes Investment. Er zeigte sich erfreut über die gute Resonanz seitens der Investoren, mit denen die Mitglieder des Konsortiums unter der Führung der Deutschen Bank und Morgan Stanley im Rahmen der Vorvermarktung in den vergangenen Wochen Gespräche führten. "Die Rückmeldungen überzeugen uns, dass die nun gefundene Preisspanne die richtige ist", so der Post-Chef weiter.
Anleger müssen jetzt enscheiden
Interessant ist, dass die Postbank bei der von Fonds-Managern genannten Spanne von 26 bis 32 Euro auf einen Gesamtwert zwischen 4,3 und 5,25 Milliarden Euro gekommen wäre. Das wäre genau der Wert, den die Deutsche Bank vergangene Woche in ihrem internen Papier für die Postbank veranschlagt hatte. Die Studie des zweiten Konsortialführers neben Morgan Stanley sorgte für einigen Wirbel, da die Deutsche Bank den Wert der Postbank deutlich unter den Schätzungen der Post selbst angesetzt hatte.
Seither rissen die Spekulationen um die Preisspanne nicht ab. Geschürt wurden die Diskussionen durch Äußerungen von Fondsmanagern und Finanzexperten, die einen Preis von mehr als 30 Euro für zu teuer halten.
Preisspanne zu hoch?
Die Geschäftsführerin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Reinhild Keitel, kritisierte die vorgestellte Preisspanne. "Ich bin überrascht, dass die Spanne über der Marke von 31 Euro liegt", ein niedriger Preis sei angemessen gewesen, schließlich hätten Anleger mit Aktien in der Vergangenheit wenig Freude gehabt, sagte sie weiter.
Jetzt müssen die Anleger entscheiden. Die Zeichnungsfrist für den Börsenaspiranten beginnt am Montag und läuft bis zum 18. Juni. Am 21. Juni können die Postbank-Aktien dann zum ersten Mal gehandelt werden.
Der Börsengang der Postbank wurde mit viel Spannung erwartet. Von den zahlreichen für dieses Jahr angekündigten Börsengängen wurden in den vergangenen Wochen bereits drei abgesagt. Lediglich die Mitteldeutschen Fahrradwerke (Mifa) und Wincor Nixdorf hielten Wort.
Mit der Zeichnungsspanne ist erst ein kleiner Schritt zur Börse getan. Denn ob die großen, institutionellen Anleger sich angesichts der Preisvorstellung des Konsortiums um die Aktien reißen, steht angesichts der Diskussionen um den fairen Wert der Postbank in den Sternen.
Klar ist, dass Kunden der Postbank und Aktionäre der Post bei der Zuteilung bevorzugt behandelt werden.
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