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Meldung


05.09.2007 08:38
Deutsche Bank verdiente an IKB-Geschäften
Die Deutsche Bank hat der IKB offenbar über Jahre riskante Risiko-Kredite vermittelt, über die die Mittelstandsbank schließlich gestolpert ist. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung hat sie dabei auch noch kräftig mitverdient.
Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt leuchten nachts über der Innenstadt der Mainmetropole (Quelle: dpa) Verdiente an den riskanten IKB-Geschäften: Deutsche Bank in Frankfurt. 

Erst vor wenigen Tagen hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann der IKB-Führung noch die alleinige Verantwortung für ihre milliardenschwere Schieflage zugewiesen. Den Managern der Bank hatte er mangelndes Risikobewusstsein vorgeworfen. Nach Informationen der Berliner Zeitung hat jedoch ausgerechnet die Deutsche Bank der IKB und ihrer jetzt ins Schlingern geratene Zweckgesellschaft Rhineland Funding über Jahre in großem Stil Risiko-Kredite vermittelt. Daran habe Deutschlands größtes Geldhaus 20 bis 30 Millionen US-Dollar verdient – und dann die Aufsicht alarmiert.

Investment-Experten des Londoner Finanzmagazins Risk haben laut der Zeitung bereits Anfang 2004 Daten veröffentlicht, wonach die Deutsche Bank neben den drei Geldhäusern J.P. Morgan, BNP Paribas und Lehmann Brothers der IKB in großem Stil gesicherte und verbriefte Kreditforderungen vor allem aus den USA vermittelte. Auf die Deutsche Bank sei dabei ein Umsatzvolumen von 500 bis 600 Millionen Dollar entfallen.

Riskante Kreditpakete bei IKB platziert
Andere Banken, wie die ebenfalls ins Schlingern geratene Sachsen LB hätten für ihre Zweckgesellschaften nur als nahezu ausfallsicher geltende Forderungen mit der besten Bonitätseinstufung "AAA" akzeptiert. Bei der IKB konnten von der Deutschen Bank und den anderen Investmenthäusern nach dem Bericht allerdings auch deutlich schwächer gesicherte und damit riskantere Kreditpakete platziert werden.

Laut "Risk" sei Anfang 2004 nicht einmal die Hälfte des IKB-Forderungs-Portfolios, das bereits damals auf ein Volumen von mehr als acht Milliarden Euro angewachsen war, mit der Rating-Bestnote ausgestattet gewesen, schreibt die Zeitung.

Ausgerechnet Ackermann schlug Alarm
Ende Juli wurden die riskanten Investments der IKB offenbar. Die Bank geriet in eine schwere Krise, nachdem ihr mehrere Banken die Kreditlinien kürzten. Medienberichten zufolge war die Deutsche Bank das erste Institut, die der IKB die Gelder sperrte.

Ausgerechnet Josef Ackermann alarmierte kurz darauf die bis dahin in Sachen IKB trotz des längst öffentlich verfügbaren "Risk"-Artikels offenkundig ahnungslose Bankenaufsicht und initiierte so die milliardenschwere Rettungsaktion, an der sich nun fast das gesamte deutsche Geldgewerbe beteiligen musste.

Ohne seinen Alarm-Hinweis, sagte Ackermann gestern in Frankfurt am Main, wäre es zu größten Verwerfungen am deutschen Finanzmarkt gekommen.

wf
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