Zu 2,95 Hongkong Dollar (HK) Euro waren die Aktien des Banken-Giganten vergangene Woche zugeteilt worden. Im regulären Handel ließen sie diese Marke am Donnerstag gleich locker hinter sich. Die Erstnotiz lag bei 3,15 HK-Dollar. Im Hongkonger Vormittagshandel arbeitete sich der Titel in einem eher schwachen Gesamtmarkt auf 3,38 HK-Dollar nach oben, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis.
Experten waren angesichts der guten Kursentwicklung überrascht. Hatten sie doch erwartet, dass vor allem Privatanleger schnell Zeichnungsgewinne mitnehmen würden. Rund eine Million Privatanleger sollen zum Zuge gekommen sein. Während der Zeichnungsfrist hatten sich lange Schlangen von zeichnungswilligen Kleinanlegern vor den Filialen der Bank gebildet.
Der Börsengang öffnet für den chinesischen Kapitalmarkt eine neue Dimension. Rund 9,7 Milliarden US-Dollar betrug das Volumen der Emission. Damit ist die Bank of China der schwerste Börsengang seit sechs Jahren, als der US-Mobilfunkkonzern AT&T Wireless sein IPO lancierte.
IPO-Pipeline füllt sich
Das Institut will den Emissionserlös in erster Linie zur Stärkung der eigenen Kapitaldecke und zum Ausbau der Geschäfte nutzen. Das Beispiel der chinesischen Großbank dürfte schon bald Nachahmer finden. Auch der Branchenprimus, die Industrial and Commercial Bank of China will noch in diesem Jahr an die Börse. Das Emissionsvolumen liegt hier nach Agenturangaben sogar bei zwölf Milliarden US-Dollar. Im Oktober 2005 hatte bereits eine weitere Bank, die China Construction Bank ihren Stapellauf an der Börse gefeiert. Sie hatte 9,2 Milliarden US-Dollar erlöst.
Der chinesische Kapitalmarkt ist auch für internationale Investoren zunehmend interessant geworden. Das zeigte sich bereits in den ersten Handelsstunden der Bank of China-Aktie. Nach Agenturmeldungen haben die japanische Bank UFJ und einige Institutionen in China "in großem Stil" Aktien des Instituts gekauft. Offenbar rechnen auch sie mit weiteren Kurssteigerungen.
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