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Börse verstehen Warum interessieren sich Unternehmen für ihren Aktienkurs?

von Florian Wurster

Stand: 08.09.2015, 14:30 Uhr

Ein steigender Aktienkurs freut nicht nur die Anleger. Auch für Unternehmen selbst ist eine positive Entwicklung auf dem Kurszettel essenziell.

Ein Unternehmen entschließt sich meist dann zum Börsengang, wenn es stärker wachsen will als bisher. Zum Beispiel, wenn es ein neues, vielversprechendes Projekt verwirklichen will – wie etwa eine neue Fabrikanlage oder Investitionen im Ausland. Durch den Verkauf von Anteilen am Unternehmen wird zusätzliches Geld in die Kassen gespült. Da ist ein möglichst hoher Emissionspreis – also der Aktienkurs zu Börsenstart des Unternehmens – natürlich von Vorteil. Aber welches Interesse haben Unternehmen daran, dass der Kurs ihrer Aktie auch weiter gut verläuft? Schließlich haben sie ihr Geld ja schon ja beim Börsenstart (IPO) bekommen. Es gibt mehrere Gründe, warum ein guter Kurs für AGs wichtig ist.

Ein Gütesiegel

Ein guter Aktienkurs ist zunächst einmal wichtig für die Außenwirkung des Unternehmens. Entwickelt sich die Firma an der Börse prächtig, zeigt dies, wie viel Vertrauen der Aktienmarkt in ihr Geschäftsmodell setzt. Das wirkt sich auch auf ihr Ansehen aus. Und Reputation ist ein nicht zu unterschätzender immaterieller Wert.

Kapitalerhöhungen werden leichter

Läuft die Aktie gut, wird es für die AG auch viel leichter, weiteres Eigenkapital über eine Kapitalerhöhung einzusammeln. Je höher die Notierung an der Börse, desto mehr Kapital kann sie pro ausgegebener junger Aktie einnehmen. Um auf die gewünschte Kapitalhöhe zu kommen, muss sie auch weniger junge Aktien ausgeben – das freut die Altaktionäre, denn der Wert ihrer Anteile wird weniger verwässert.

Übernehmen und übernommen werden

Je höher der Kurs, desto besser ist das Unternehmen auch vor Übernahmen geschützt. Je teurer die Gesellschaft, desto schwerer ist es für Konkurrenten oder Hedgefonds, sie zu übernehmen. Je weniger eigene Aktien eine AG selbst oder befreundete Großaktionäre halten, desto wichtiger ist dieser Schutz durch einen hohen Kurs.

Zudem können eigene Aktien als Akquisitionswährung verwendet werden. Das heißt, man kauft ein fremdes Unternehmen mit eigenen Aktien. Je höher deren Wert, desto leichter fällt die Übernahme.

Ist der Kurs oben, freut sich der Aktionär

Auch die Aktionäre selbst spielen eine Rolle. Durch ihr Stimmrecht können sie Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen. Dabei können unzufriedene Aktionäre dem Management das Leben durchaus schwer machen, indem sie wichtige Entscheidungen blockieren. Zudem haben die Anteilseigner auch Einfluss auf das Gehalt der Manager. Bei guten Leistungen werden Managern oft Boni ausgezahlt. Die Aktionäre sollten also bei Laune gehalten werden. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Aktionäre Teilhaber eines Unternehmens sind. Ihnen gegenüber hat das Management eine Verantwortung: Den Wert des Unternehmens zu erhöhen.

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