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Anlageformen Investmentfonds – für jeden das Richtige

von Andreas Braun

Stand: 25.08.2015, 17:04 Uhr

Das Universum der Investmentfonds ist für Privatanleger in den vergangenen Jahren fast unüberschaubar geworden. Neben den altbekannten Aktien- oder Rentenfonds kann man in Immobilien, den Geldmarkt oder in Rohstoffe investieren. Fonds können zur Altersvorsorge ebenso genutzt werden wie zur hochriskanten Kurzfristanlage.

Ein Rat vorab: Investieren Sie nur in deutsche oder in Deutschland zugelassene Fonds. Nur diese Fonds werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht. Die Auswahl der Fonds sollte außerdem nicht nur auf der Grundlage ihres Erfolges in der Vergangenheit erfolgen.

Hilfreich sind in diesem Zusammenhang die so genannten Fondsratings. Hierbei handelt es sich um die Eingruppierung von Fonds nach ihrer Bonität und ihrem Marktrisiko durch Fondsrating-Agenturen wie "Morningstar" oder "Feri". Fondsratings ermöglichen die Beurteilung des Gesamtrisikos einer Fondsanlage. Sie sind deshalb von so genannten Performancerankings zu unterscheiden, die Aussagen über Fondsrenditen losgelöst von ihrem Risiko treffen. Ratings werden je nach Agentur durch die Anzahl von Sternen (Morningstar) oder Noten (Feri) ausgedrückt.

Kauf über die Fondsgesellschaft oder die Börse

Die Kosten für den Fondskauf unterscheiden sich inzwischen deutlich. Bei den meisten Fonds wird beim Kauf über die Fondsgesellschaft ein einmaliger Ausgabeaufschlag von zwei bis fünf Prozent des Kaufpreises erhoben. Dazu kommen, je nach Fondsgesellschaft und Produkt, jährliche Gebühren für Fondsmanagement und Depotverwaltung. Immer mehr Fonds können aber auch direkt an der Börse ge- und verkauft werden. Dann entfällt der Ausgabeaufschlag, dafür werden allerdings je nach Bank und der Höhe der Kaufsumme Transaktionsgebühren fällig.

Grundsätzlich werden Investmentfonds nach den Wertpapierarten unterschieden, in denen die Fonds das Kapital anlegen. Es gibt jedoch viele Mischformen und Überschneidungen. Im Folgenden eine Übersicht über die wichtigsten Fondsarten:

Aktienfonds

Bei Anlagen in Aktienfonds streuen Anleger ihr Risiko. Eine große Anzahl von in Deutschland erhältlichen Fonds investiert in Aktien nach Ländern, Branchen oder Unternehmensgrößen unterschiedlich. Vor Verlusten hat auch die Strategie der Risikostreuung in den vergangenen Jahren nicht geschützt. Auf lange Sicht fahren aber besonders Kleinanleger mit Aktienfonds und ihrem weit verteilten Portfolio zumeist besser bei der Direktanlage in einzelne Aktien. Für Sparer bieten Aktienfonds eine interessante Form des Vermögensaufbaus. Über monatlich gleich bleibende Beträge können sie die Kurstäler ein wenig glätten. Denn durch Fondssparen in dieser Art werden bei niedrigen Kursen mehr, bei hohen Kursen weniger Fondsanteile gekauft. Der Effekt sorgt dafür, dass ein besserer durchschnittlicher Kaufkurs entsteht.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren vorwiegend in fest verzinsliche Wertpapiere (Anleihen, Hypotheken, etc.) und je nach geografischem Anlageschwerpunkt. Rentenfonds sind im Vergleich zu Aktienfonds die sicherere Fondsanlage, wobei Anleger bei kurzfristigen Anlagen keinesfalls von Verlustrisiken befreit sind (starker Zinsanstieg am Kapitalmarkt führt zu Kursverlusten bei Anleihen). Zu unterscheiden sind Fonds, die sich auf Anleihen von Unternehmen spezialisiert haben und solchen, die vorwiegend in Anleihen öffentlicher Emittenten, also Länder- oder Staatsanleihen investieren. Bei Unternehmensanleihen kann es – etwa bei Insolvenz – zu Zahlungsausfällen kommen, das ist bei Staatsanleihen weniger wahrscheinlich. Rentenfonds sind vor allem als langfristige Geldanlage interessant. Bei in Euro aufgelegten Rentenfonds geht der Kleinanleger kein Währungsrisiko ein. Anderenfalls können Wechselkursschwankungen zu erheblichen Kursgewinnen oder -verlusten führen.

Mischfonds

Viele Fondsprodukte können sowohl Aktien- als auch Rentenpapiere enthalten. Solche Mischfonds können je nach Anlagepolitik des Fondsmanagements sehr unterschiedliche Anteile der beiden Wertpapiergattungen enthalten. Zum Teil kann der Fondsmanager auch je nach Einschätzung die Quoten an Aktien oder Renten verändern, um auf Entwicklungen an den Aktienmärkten zu reagieren. Zum Teil können sie sogar "Kasse halten", also Bargeld verwalten, um Verluste durch Aktienmarkt-Crashes zu verringern. In so genannten "Multi-Asset-Fonds" können Fondsmanager neben Aktien und Anleihen auch Rohstoffe oder Immobilien ins Fondsdepot legen. Auch hier kann zum Teil - je nach Marktlage - zwischen einzelnen Anlageklassen umgeschichtet werden.

Passive Indexfonds, ETFs

Seit dem Jahr 2000 hat eine neue Form von Fonds die Anleger erreicht und erobert seitdem immer größere Marktanteile: Exchange Traded Funds (ETFs) können – genau wie Aktien – über den gesamten Börsentag hinweg gehandelt werden. Bei Investmentfonds, die üblicherweise über die Fondsgesellschaft gehandelt werden, gibt es nur eine Preisfeststellung täglich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Aktien- oder Rentenfonds fällt bei ETFs kein Ausgabeaufschlag, also die übliche Kaufgebühr, an. Da die neue Fondsart exakt einen Aktien- oder Rentenindex abbildet, ist kein aktives Fondsmanagement erforderlich, daher auch die Bezeichnung "passiv". Auch dadurch sind die Gesamtkosten bei ETFs deutlich niedriger als bei den herkömmlichen Aktien- oder Rentenfonds. Inzwischen sind ETFs auch auf die Indizes exotischer Aktienmärkte, auf Geldmarkt-, Rohstoff- oder sogar Hedgefonds-Indizes erhältlich. Selbst große institutionelle Anleger wie Versicherungen oder Pensionskassen nutzen immer stärker die Indexfonds zur Vermögensanlage.

Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds sind wie Aktien- und Rentenfonds bereits für kleinere Anlagebeträge zu haben. Die Gelder werden vorwiegend in gewerbliche Immobilien, Bürogebäude oder Einkaufszentren angelegt. Das Risiko dieser Fonds liegt vor allem in der zukünftigen Entwicklung der Mieteinnahmen. Wie eine Reihe von Schließungen bei Offenen Immobilienfonds im Jahr 2008 zeigten, besteht in kritischen Marktphasen auch das Risiko, dass Anleger ihre Anteile für einen bestimmten Zeitraum nicht mehr zurückgeben können. Ein offener Immobilienfonds muss mindestens zehn Objekte beinhalten. Beim Erwerb darf keines der Objekte den Wert von 15 Prozent des Fondsvermögens übersteigen. Ein nicht unerheblicher Teil des Fondsvermögens wird in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. So genannte geschlossene Immobilienfonds sind für die Geldanlage weniger geeignet. Es handelt sich hier nicht um ein durch die staatliche Aufsicht kontrolliertes Produkt, sondern um Angebote des so genannten Grauen Kapitalmarktes, der keiner staatlichen Kontrolle unterliegt.

Fonds zur Altersvorsorge

Immer mehr Privatanleger sorgen mit Fonds für das Alter vor. Dies ist entweder über eine Einmalanlage oder über Fondssparpläne möglich, bei denen zum Beispiel monatlich ein bestimmter Betrag in die Wertpapiere investiert wird. Mit der Einführung der Riester-Rente im Jahr 2002 hat die private Vorsorge über Fonds einen neuen Schub erhalten. Viele Fondgesellschaften und Versicherer bieten Fondssparpläne an, die staatlich gefördert werden. Je nach Lebensalter oder Anlegerprofil werden Riester-Fondsprodukte mit höherem oder niedrigerem Aktienanteil angeboten. Der Rest des Fondsportfolios muss in festverzinsliche Wertpapiere investiert sein. Der Vorteile hierbei: Neben der staatlichen Förderung ist dem Anleger zumindest die Auszahlung der eingezahlten Beiträge garantiert. Der Nachteil: Die Fondserlöse stehen erst bei Renteneintritt zur Verfügung und können nicht in einer Summe ausgezahlt werden. Mit Einführung der Abgeltungssteuer haben Riesterfondssparpläne noch einen steuerlichen Vorteil, denn Abgeltungssteuer auf Erträge wie Kursgewinne oder Dividenden fällt in der Ansparphase nicht an. Dafür muss die Riester-Rente im Alter versteuert werden.

Hedgefonds

Hedgefonds sind an übliche Investitions-Spielregeln nicht gebunden. Sie können in alle erwähnten Arten von Wertpapieren investieren, darüber hinaus aber auch mit Derivaten wie Futures auf fallende oder steigende Kurse setzen. Das Ziel ihrer Anlagestrategie ist, einen möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, unabhängig von der Entwicklung an den Aktien- oder Rentenmärkten. Ihre Anlagepolitik, bei der bewusst auch Profite aus Börsenkrisen gezogen werden, haben sie bei vielen Anlegern in Misskredit gebracht. Daher sollen Hedgefonds künftig strenger kontrolliert werden.

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