Börsenwissen

Gewusst wann Wann ist eigentlich "Berichtssaison"?

von Detlev Landmesser

Stand: 05.11.2014, 11:08 Uhr

Traditionell sind die Unternehmen aus den USA die ersten, die über ihr Geschäft im abgelaufenen Quartal berichten. Europäische Gesellschaften lassen sich etwas mehr Zeit.

Die amerikanische Berichtssaison beginnt schon wenige Tage nach Ablauf des Quartals, also Anfang Januar, April, Juli und Oktober. Bis Ende des Monats haben dann schon rund 80 Prozent der Firmen ihre Ergebnisse vorgelegt. Zum Berichtstermin Anfang des Jahres, wenn das komplette Jahresergebnis gemeldet wird, verschiebt sich die Saison etwas nach hinten.

Deutsche Gesellschaften berichten ab Mitte des Monats, schwerpunktmäßig im Monat darauf, also im Februar, Mai, August und November. Damit liegt ihr Berichtsschwerpunkt ungefähr drei Wochen hinter den US-Firmen. Französische Unternehmen sind in der Regel noch etwas später dran. Dafür pflegen sie ihre Umsätze vorab zu veröffentlichen.

Nicht alle Firmen bieten Quartalsberichte

Hintergrund der unterschiedlichen Zeiträume sind die etwas weniger strengen europäischen Zeitvorgaben zur Ergebnisvorlage. Den Gesamtrahmen setzt eine EU-Richtlinie, die den Geschäftsbericht spätestens vier Monate nach Ende des Berichtszeitraums verlangt. Viele Unternehmen sind aber in den vergangenen Jahren mit ihrer Rechnungslegung schneller geworden.

Die quartalsweise Berichterstattung ist übrigens vielen Managern ein Dorn im Auge. Sie verweisen auf die Kosten und argumentieren, eine kurzfristige Vierteljahressicht werde der langfristigen Unternehmensstrategie nicht gerecht. So hat sich etwa Porsche lange gegen die Anforderung der Deutschen Börse gewehrt, die eine Quartalsberichterstattung für ihren Prime Standard vorschreibt.

Für Unternehmen im Freiverkehr gilt übrigens eine solche Vorschrift nicht - längst nicht alle Gesellschaften, deren Aktien man an der Börse kaufen kann, berichten also quartalsweise.

Es gibt auch eine "Gewinnwarnungs-Saison"

Mit dem Berichtszyklus hängt auch die Häufung der gefürchteten Gewinnwarnungen zusammen: Diese treten jeweils am Ende des alten und zu Beginn des neuen Quartals vermehrt auf, wenn die Unternehmen ihre Quartalszahlen vorbereiten und Abweichungen der Rechnungslegung zu ihren Prognosen feststellen.

Natürlich können unvorhergesehene Ereignisse, wie der Wegfall eines Auftrags, auch zu Gewinnwarnungen außerhalb dieser Periode führen. Dazu kommen die Jahresausblickswarnungen am Ende oder Anfang des Jahres, wenn von den Jahresergebnissen auf das kommende Jahr geschlossen wird.

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