Verluste sinnvoll begrenzen

Eine Hand legt Geld auf einen Münzstapel

Money Management Schutzschirm fürs Depot

Stand: 25.11.2016, 16:17 Uhr

Wer sein Trading-Konto vor allzu großen Verlusten bewahren will, tut gut daran, einige einfache Regeln zu beachten. Ein Schlüssel zum langfristigen Erfolg ist das richtige "Money Management".

Mit Verlusten ist es eine vertrackte Sache: Je weiter man ins Minus geraten ist, desto höher muss anschließend die Performance ausfallen, um wieder auf Ausgangsniveau zu kommen. Ein Beispiel zeigt dies eindrücklich: Wer 50 Prozent seines Kontostandes einbüßt, braucht danach einen "Verdoppler", also glatte 100 Prozent Wertzuwachs, um die "Miesen" wieder hereinzuholen.

Am besten, da sind die die meisten Trading-Experten einig, begrenzt man die Verlustrisiken gleich beim Eingehen einer Position. Das clevere "Management" der Mittel auf dem eigenen Konto ist ein Schlüssel dazu.

Ein bis zwei Prozent Einsatz

Unter erfahrenen Tradern gelten bestimmte Größen für ein Einsatz bei einem einzelnen Handelsgeschäft als Voraussetzung dafür, auch längere Durststrecken durchstehen zu können. Als Faustregel gilt: Pro Trade werden ein, maximal zwei Prozent des Depotwertes riskiert. Wer also ein 10.000-Euro-Konto für kurzfristiges Agieren an den Finanzmärkten nutzt, der sollte sein Verlustrisiko auf 100 bis 200 Euro reduzieren. Bei zehn verschiedenen Positionen wäre dieses Verlustmaximum dann auf zehn beziehungsweise 20 Prozent des Kontowertes beschränkt.

Psychofalle vermeiden

Der Grund für die kleinen Einsätze ist den oben genannten finanzmathematischen, aber eben auch psychologischen Überlegungen geschuldet: Bei Verlustserien, und die gibt es beim kurzfristigen Handeln je nach Marktphase immer wieder, entsteht kein gähnendes Loch im Konto. Der Trader neigt dann leicht dazu, die Nerven zu verlieren – baut seine Strategie hektisch um, oder – noch gefährlicher – erhöht das Risiko, um aus dem "Drawdown" herauszukommen.

Trading-Profis wie Lars Erichsen (s. unser Interview) empfehlen ein festes Regelwerk, gegen das niemals verstoßen wird, und das Obergrenzen für Verluste vorsieht.

Positionsgrößen anpassen

Das Anpassen des Risikos je nach Kontogröße führt zudem in der Verlustphase zu einer weiteren Risikoverringerung: Wer 20 Prozent seines Depots eingebüßt hat, verringert nach der 1-2-Prozentregel das Risiko weiter – nun auf 0,8 Prozent des ursprünglichen Kontowertes. Das Trading-Kapital schmilzt so immer langsamer ab.

Um das Risiko in Grenzen zu halten, wird üblicherweise die Stop-Loss-Order bereits beim Eingehen eines Trades mit definiert. Wer also in genannten Beispiel beim Kauf eines Dax-Produkts 1.000 Euro einsetzt, darf beim 10.000 Euro-Konto maximal 100 Euro verlieren. Bei einem ungehebelten Index-Zertifikat wäre damit ein Stop-Kurs bei 9.000 Dax-Punkten anzusetzen. Wer einen 10fach gehebelten Mini-Future oder CFD einsetzt, müsste den Stop-Kurs bereits bei 9.900 Punkten setzen. Alternativ müsste noch weniger Kapital eingesetzt werden, um einen tieferen Ausstiegs-Kurs nutzen zu können.

Gesamtrisiko im Auge behalten

Auch das Gesamtrisiko eines Trading-Kontos limitieren die Profi-Trader. Zehn Prozent "Risiko" sollten alle gleichzeitig laufenden Trades nicht überschreiten, so eine Faustregel. Aus dem 10.000-Euro-Konto können dann schlimmstenfalls 9.000 Euro werden. Und das auch nur dann, wenn alle aktuellen Trades in den Stop-Loss rutschen, ein unwahrscheinliches, aber nicht ausgeschlossenes Szenario.

Chance-Risiko-Verhältnis größer gleich zwei

Nicht nur die Begrenzung der Verluste, auch der schon vorab definierte Gewinn, der bei einem Trade angepeilt ist, spielt eine Rolle beim Money Management. Experten wie Erichsen empfehlen ein Verhältnis zwischen Gewinn und Verlust, also "Chance- und Risiko-Verhältnis" (CRV) von mindestens zwei anzustreben. Der Dax-Trade beim Stand von 10.000 Punkten müsste also zwei Prozent (200 Punkte oder 200 Euro) in den Gewinn laufen, um dieses Verhältnis abzubilden.

AB

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