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Börsenwissen

Münzen, Dollarscheine, roter und grüner Pfeil, die einen Globus umkreisen

Fragen & Antworten zum Carry Trade

Märkte im Würgegriff des Carry Trade

von Angela Göpfert

Stand: 05.04.2016, 10:38 Uhr

Wollten Sie schon immer mal verstehen, welche Macht die Aktien- und Anleihenmärkte steuert? Und was der steigende Yen mit den einbrechenden Aktienkursen zu tun hat? Dann müssen Sie den Carry Trade verstehen.

Was ist ein Carry Trade?

Bei einem Carry Trade nehmen Anleger einen Kredit in einer niedrig verzinsten Währung auf. Das Geld investieren sie in eine Hochzinswährung. Mit dieser erwerben sie dann Aktiva, die in dieser Währung gehandelt werden, zum Beispiel Aktien.

Warum machen die so etwas?

Bei einem Carry Trade profitieren Investoren nicht nur von der absoluten Wertentwicklung der gekauften Devisen, sondern auch von der Zinsdifferenz zwischen den beteiligten Staaten. Unterschiede in den Leitzinsen der Länder wirken sich somit positiv auf den Carry Trade aus.

Was sind die Risiken?

Generell stellt die Zinspolitik der Notenbanken eine Unsicherheit dar, da sich verändernde Leitzinsen direkt in dem Zinsertrag des Carry Trade widerspiegeln. Die größte Gefahr für den Carry Trader besteht aber darin, dass der Wechselkurs für die Devisen, in der er den Kredit aufgenommen hat, anzieht.

Welche Folgen hat das für die Finanzmärkte?

Der Carry Trade versorgt die Finanzmärkte und Weltwirtschaft mit Liquidität. Steigt die Carry-Trade-Währung zu stark an, trocknet die Liquidität weltweit aus. Zur Rückführung des Carry Trade müssen Aktien, Rohstoffe und andere Aktiva verkauft werden.

Was spielt sich aktuell an den Märkten ab?

US-Dollar in Yen: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
101,21
Differenz absolut
0,12
Differenz relativ
+0,12%

In den vergangenen Jahren hatten Investoren weltweit den Kursverfall des japanischen Yen genutzt, um verstärkt Kredite auf Yen-Basis aufzunehmen und das Geld in höher rentierliche Anlagen, wie beispielsweise US-Aktien, zu stecken. Das Spiel geht aber nur so lange gut, wie der Yen fällt. Anders als erwartet, steigt der Yen aber trotz der extrem expansiven Politik der Bank of Japan. Entsprechend lösen die Investoren ihre Carry Trades auf, was den Yen weiter stärkt – die negativen Folgen für die Liquidität und die Finanzmärkte weltweit bekommen wir jetzt zu spüren.

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