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Aktienkennziffern Das KBV zur Bewertung von Unternehmen

Stand: 17.07.2017, 15:43 Uhr

Das KBV, kurz für Kurs-Buchwert-Verhältnis, ist eine weitere Kennzahl zur Beurteilung der Preiswürdigkeit eines Unternehmens.

Die im Englischen als "price-to-book ratio" bezeichnete Kennzahl beruht auf der Annahme, dass sich der Wert des Unternehmens mit dessen Eigenkapital abbilden lässt. Sie errechnet sich durch die Division von Aktienkurs und Eigenkapital je Aktie. Eine alternative Berechnung ist, die Marktkapitalisierung ins Verhältnis zum Eigenkapital zu setzen. Die Marktkapitalisierung bezeichnet hierbei den aktuellen Börsenwert des Unternehmens, der sich aus Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl an Aktien ergibt.

Je höher das KBV ist, desto teurer erscheint das Unternehmen. Ein Wert über 1,0 lässt grundsätzlich auf eine Überbewertung schließen. Ein Wert unter 1,0 impliziert, dass an der Börse ein geringerer Wert zugewiesen wird als die vorherrschende Substanz des Unternehmens. Substanz meint das Eigenkapital, welches unter anderem die Immobilien sowie Maschinen des Unternehmens umfasst. Langfristig orientierte Value-Investoren sehen bei einer solchen Unterbewertung – unter Berücksichtigung weiterer Kennzahlen – häufig eine günstige Einstiegsgelegenheit in hochwertige Unternehmen.

Die Schwachstellen

Allerdings: Häufig sind die Kurse nicht ohne Grund eingebrochen. Eine alleinige Entscheidung aufgrund eines niedrigen KBV könnte fatale Folgen haben. Vielmehr sollten, für ein möglichst umfassendes Bild des Unternehmens, weitere Indikatoren wie zum Beispiel Gewinn- und Dividendenrenditen sowie KUV und KGV hinzugezogen werden. Auch die Zukunftsaussichten des Unternehmens bezüglich Gewinn- und Umsatzentwicklung spielen bei der Bewertung von Aktien eine große Rolle.


Ein weiterer erheblicher Kritikpunkt ergibt sich aus dem, ausgewiesenen Buchwert: Dieser repräsentiert nämlich nur den bilanziellen Wert, ohne stille Reserven und Lasten zu berücksichtigen. Abschließend können mit Hilfe des Kurs-Buchwert-Verhältnisses also Anhaltspunkte für die erste Analyse gewonnen werden, als alleiniger Indikator ist dieser mit Vorsicht zu genießen.

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