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Die Trailing-Stop-Loss-Order Gewinnmaximierung, vollautomatisch

Stand: 20.04.2015, 11:50 Uhr

Intelligente Ordertypen machen dem Anleger das Leben leichter. Zur Verlustbegrenzung gibt es seit vielen Jahren bereits die Stop-Loss-Order. Mit einem "Trailing Stop" geht aber noch mehr.

Die Dax-Rally auf neue Hochs über 12.000 Punkte voll mitnehmen und dann beim ersten kräftigen Rücksetzer Gewinne realisieren, ohne eigenes Zutun und nur auf der Basis einer Verkaufsorder, die vielleicht schon Monate zurückliegt.

Die Order läuft hinter dem Kurs her

Ein für viele Anleger traumhaftes Szenario, das bereits heute bei vielen Banken und Online-Brokern zumindest technisch möglich ist. Denn dazu ist die "Trailing-Stop-Loss-Order" in der Lage. Diese Verkaufsorder ist nicht an einen fixen Kurs gebunden, bei dessen Erreichen der Verkauf einer Aktienposition ausgelöst wird. Statt dessen wandert die Verkaufsorder mit dem kletternden Kurs des Basiswertes, also der Aktie oder etwa eines Indexfonds mit, sie "verfolgt" ihn gewissermaßen (der englische Begriff "trailing" bedeutet nicht anderes als "verfolgen" oder "hinterher laufen").

In welchem Abstand die clevere Order hinter dem aktuellen Kurs hinterher-"hechelt", kann der Anleger selbst definieren, entweder als prozentualer oder als absoluter Abstand in Euro. Wer etwa im vergangenen November bei der Henkel-Aktie beim Stand von 85 Euro einen Trailing Stop Loss von 10,00 Euro gesetzt hatte, konnte in aller Ruhe den Sprung der Aktie auf das Allzeithoch von 115,70 Euro vor einer Woche genießen. Seit diesem Stand liegt der Trailing Stop bei 105,70. Sollte diese Marke also gerissen werden, wenn die Aktienmärkte insgesamt abrutschen und die Henkel-Aktie mit ihnen fällt, wird ein Gewinn von knapp 25 Prozent automatisch realisiert, ohne Zutun des Anlegers (siehe Grafik).

Trailing Stop Loss-Order

Trailing Stop Loss-Order. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Abstand nach Basiswert und Risikoneigung

Der Sicherheitsabstand, den der Investor bei der Order eingibt, sollte mehreren Faktoren Rechnung tragen. So sollte er der Risikoneigung des Anlegers entsprechen. Wer nach einer langen Gewinnstrecke keine größeren Verluste mehr erleiden will, kann den Trailing Stop auf zehn oder 15 Prozent setzen. Wer längerfristig engagiert bleiben und sich nur vor echten Crashes am Aktienmarkt schützen will, sollte die Pufferzone durchaus bei mindestens 25 bis 30 Prozent ansetzen.

Gerade bei Einzelwerten sind größere Schwankungen zu erwarten als etwa bei einem Aktienindex. Beim Beispiel der Henkel-Aktie etwa hätte ein Trailing-Stop-Loss von zehn Prozent alleine in den vergangenen zwölf Monaten dazu geführt, dass der Anleger zwei Mal ausgestoppt worden wäre. Denn sowohl im April als auch im November 2014 rutschte die Aktie zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent ab, um dann ihren großen Sturmlauf auf neue Hochs zu beginnen.

Kosten variieren je nach Anbieter

Auch die Kosten für einen Trailing-Stop-Auftrag sollte man im Auge behalten. Nicht alle Banken und Online-Broker bieten den Ordertyp kostenfrei an. Zum Teil variieren die Kosten je nach Kontotyp (etwa Klassik oder Premium bei der Commerzbank). Gebühren fallen teilweise monatlich an, wenn die Order nicht ausgeführt wird. Auch über die "Haltbarkeit" einer Trailing-Stop-Loss-Order sollte sich der Anleger vorher informieren. In der Regel verfallen die Orders spätestens nach einem Jahr.

Im Angebot haben die Trailing-Stop-Loss-Orders inzwischen Direktbanken wie die ING-DiBa, die Comdirect, die DAB-Bank, 1822direkt, Cortal Consors oder der S-Broker der Sparkasse. Aber auch die Commerzbank oder die Frankfurter Volksbank bieten den Ordertyp mittlerweile an.

AB

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