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Börsenvielfalt

Für Jeden der passende Handelsplatz

Privatanleger haben beim Börsenhandel inzwischen die Qual der Wahl: An welcher Börse sollte die Order am sinnvollsten platziert werden? boerse.ARD.de gibt einen Überblick.

Trotz Kursrally bei Dax & Co: Die Börsenbetreiber hatten im vergangenen Jahr keinen leichten Stand. Das zeigt sich symptomatisch in der Entwicklung der Orders und Umsätze des Marktführers Deutsche Börse: Der Dax-Konzern litt 2012 arg unter der Kaufzurückhaltung der Investoren.

Die hielten angesichts der Euro-Krise und der Furcht um eine neue Rezession ihr Pulver lieber trocken – und verpassten dabei fast 30 Prozent Performance im Dax. An der Deutschen Börse gingen die Handelsumsätze im Computersystem Xetra und dem Frankfurter Parkett um ein Viertel auf 1,13 Billionen zurück. Deutschlands größter Börsenbetreiber musste bereits im dritten Quartal seine Gewinnerwartungen eindampfen.

Regionalbörsen zumeist in der Orderflaute

Der kleineren einheimischen Konkurrenz ging es im vergangenen Börsenjahr zumeist nicht viel anders. Per Ende Dezember konnte der norddeutsche Verbund der Börsenplätze Hamburg und Hannover seine Orderzahlen bei 27 Milliarden Euro in etwa stabil halten. An der Börse Stuttgart lag der Umsatz mit 89,2 Milliarden Euro um 18 Prozent unter Vorjahr. Die Börse Düsseldorf beklagte einen Rückgang von 50 auf 42 Milliarden Euro. Die Münchener Börse gibt traditionell keinen Einblick in ihre Orderstatistik, dürfte aber ebenfalls unter Rückgängen gelitten haben. Einzig die Berliner Börse konnte einen Zuwachs von 1,5 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro verbuchen.

Börsen-Jüngling quietschfidel

In Berlin angesiedelt, aber keine Regionalbörse, ist der jüngste und gleichzeitig erfolgreichste deutsche Börsenbetreiber: Tradegate, 2001 als Handelshaus gegründet und seit Mai 2009 als Börsenbetreiber aktiv, kann sich weiterhin über Zuwachs gegen den Trend freuen: In allen Wertpapier-Gattungen zusammengenommen steigerte die Tochter der Deutschen Börse ihren Umsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 36 Milliarden Euro. Der Aufwärtstrend gegen den Strich kommt nicht von ungefähr; Tradegate hat es von Anfang an verstanden, sich auf die Bedürfnisse vor allem von Privatanlegern einzustellen. So findet der Handel unbeeindruckt vom Handelsschluss auf dem Frankfurter Parkett statt: Bis 22:00 Uhr, also mit der Schlussglocke der Wall Street und damit auch in aller Ruhe nach Feierabend, kann der Investor seine Anteilsscheine kaufen oder verkaufen (s. dazu auch unser Börsen-Check: Wer  kann was?).

Liquide heißt günstig

Durchgängige Handelszeiten von früh bis spät sind aber freilich nur ein Kriterium bei der Auswahl des richtigen Börsenplatzes. Eine wichtige Voraussetzung für eine "sinnvolle" Kauf- oder Verkaufsorder ist etwa die Liquidität einer Aktie an dem ausgewählten Börsenplatz. Je häufiger und mit je mehr Volumen ein Titel gehandelt wird, desto geringer ist die Spanne zwischen Angebots- und Nachfragepreis, also der Spread. Bei Dax-Titeln bestehen hier nur geringe Abweichungen zwischen den einzelnen Börsen, bei weniger liquiden Titeln aus dem MDax oder SDax kann der Spread aber durchaus größer sein.

Schnelle Ausführung…

Hohe Liquidität bringt aber auch eine hohe Ausführungsgeschwindigkeit und damit Preisverlässlichkeit mit sich. Wer die Telekom-Aktie zu 8,95 Euro ordert, kann sich bei allen Börsenplattformen sicher sein, sie auch zu diesem Preis zu erhalten und zwar binnen weniger Sekunden. Bei der Aktie von Delticom aus dem SDax kann sich die Ausführung je nach Anbieter durchaus ein wenig hinziehen. Bei einer "Market-Order" könnte dann letztlich ein schlechterer Preis erzielt werden. Wird der Auftrag mit einem Limit versehen, kommt der Kauf womöglich gar nicht zustande.

…und niedrige Kosten

Daneben spielt der Preis für die Transaktion eine wichtige Rolle, gerade für viele Privatanleger. Neben den Transaktionsgebühr des Brokers erheben die einzelnen Börsenplätze eigene Gebühren. Eine Händlercourtage, die etwa auf Xetra seit kurzem durch die Vergütung für die Spezialisten ersetzt wurde, zählt dazu, oder auch die Kosten für die Abwicklung, das Clearing.

Ordertypen als Kriterium

Nicht zuletzt kann auch das Angebot an Order-Möglichkeiten die Wahl des Börsenplatzes mit beeinflussen. Wer eine "Bracket-Order" setzen möchte, kann dies nicht bei an jedem Börsenplatz. Dabei wird mit der Kauforder gleichzeitig ein Verkaufs-Kurs definiert, der bei Erreichen automatisch zu einer Verkaufsorder führt (.s dazu unser Hintergrund: Gut geordert ist halb gewonnen).

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