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Marissa Mayer

Zeitungsbericht

Yahoo will 15 Prozent der Belegschaft rauswerfen

Stand: 02.02.2016, 08:31 Uhr

Verglichen mit seinen größten Konkurrenten Google und Facebook fehlt dem Internet-Dinosaurier Yahoo eins: die Wachstumsfantasie. Nun setzt die einst gehypte Chefin Marissa Mayer anscheinend den Rotstift an.

Es gibt Unternehmen, die können einfach alles: Webdienste, Software, sogar Autos. Solch ein Unternehmen ist Alphabet, früher auch Google Inc. genannt. Und es gibt Unternehmen, die in vielen Segmenten tätig sind, aber sich nirgends als Spitzenreiter etablieren können - solch ein Unternehmen ist Yahoo.

Bisher macht der Internetkonzern eine Menge: Er betreibt einen Maildienst, veröffentlicht Nachrichten zu jeglichen Themen und hat eine Internetsuche. Damit wurde der einstige Internet-Pionier seinerzeit groß, mittlerweile muss man sich aber - wie eigentlich alle Anbieter - dem Giganten Google geschlagen geben. Die Werbeeinnahmen, über die sich Yahoo hauptsächlich finanziert, schwächeln indes.

Massiver Stellenabbau

Nun sollen es Kostensenkungen richten: Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" will Yahoo 15 Prozent seiner Stellen abbauen. Derzeit hat der Konzern noch 10.700 Mitarbeiter. Eine Stellungsnahme von Yahoo gab es nicht.

Zuvor war bereits bekannt geworden, dass Yahoo-Chefin Marissa Mayer das Geschäft unter die Lupe nimmt. Ihre Liste habe drei Rubriken: Investieren, beibehalten, aufgeben.

Sie wolle mehr Geld in die Suche auf mobilen Geräten stecken, gut laufende Websites wie "Yahoo Finance" weiterbetreiben und den Stecker bei mehreren internationalen Diensten und mehreren Medienangeboten ziehen.

Hoffnung in Marissa Mayer

Aber wird das den Konzern zukünftig auf ein geschäftsträchtiges Fundament stellen? Das Problem liegt eher darin, dass es derzeit keine - geschweige denn mehrere - Technologien gibt, für die Yahoo steht. Gewinnbringende Innovationen sind nicht in Sicht.

Marissa Mayer sollte das ändern. Sie verließ 2012 Google für Yahoo, wurde von der Managerin zum CEO. Die Hoffnungen in die junge Informatikerin, die ihren Abschluss an der Uni Stanford machte, waren hoch.

Bisher hat die 41-Jährige es in ihrer knapp vierjährigen Amtszeit aber nicht geschafft, dem Internetkonzern ein neues Profil zu verpassen. Auch Zukäufe wie beispielsweise der Blog-Plattform Tumblr haben sich nicht als Heilsbringer erwiesen.

Indes macht Mayer eher Schlagzeilen mit rasanten Babypausen, nach der Geburt ihres ersten Kindes und eineiiger Zwillingsmädchen war sie in Windeseile zurück auf ihrem Chefposten.

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Hin und Her um Alibaba

Auch die Abspaltung vom chinesischen Konzern Alibaba ist seither in aller Munde. Yahoo hält Anteile an dem IT-Riesen, der erst 2014 an die Börse gebracht wurde. Davon profitierte auch Mayer, eröffnete ihr das doch eine Schonfrist: Die Yahoo-Beteiligung an Alibaba erhielt erst zum IPO einen konkreten Wert.

Auch hatte Alibaba bis dahin ein ebenso wunderversprechendes Image wie Marissa Mayer selbst. Das ist seit dem Börsengang allerdings angekratzt, die Aktie liegt derzeit weit unter ihrem Ausgabepreis von 86 Dollar.

Nichtsdestotrotz scheint die Alibaba-Beteiligung den Investoren gewinnbringend, im Gegensatz zu Yahoo: Sie forderten daher die Abspaltung. Allerdings nicht die von Alibaba - sondern vom Kerngeschäft. Das zeugt nicht gerade von Vertrauen, dass Mayer es schaffen kann, Yahoo mit neuen Ideen Leben einzuhauchen.

Mayer erbat sich bereits des Öfteren mehr Zeit, um den Turnaround zu schaffen. Doch die Investoren sind ungeduldig. Ihre Hoffnung, dass die Top-Managerin doch noch ein Wunder bewirken kann, ist vermutlich schon erloschen.

cw

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