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Familienunternehmen

Grafische Darstellung eines Fabrikgebäudes

Von Aldi bis Volkswagen

Ohne Familien läuft nichts

Stand: 02.09.2015, 09:42 Uhr

Sie stellen zwar nur zehn Prozent aller Unternehmen, doch sie spielen in Deutschlands Wirtschaft eine entscheidende Rolle: die Familienunternehmen. Wer dort die Macht hat, lesen Sie hier.

Laut einer Untersuchung des Stuttgarter Instituts für Familienunternehmen (IFF) erwirtschafteten Deutschlands 50 größte Familienunternehmen im Jahr 2014 einen Umsatz von 959 Milliarden Euro - 30 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor. Damit erzielten die führenden deutschen Familienunternehmen ein Umsatzwachstum von 3,3 Prozent. 2013 konnte lediglich ein Mini-Wachstum von rund ein Prozent verzeichnet werden.

Ohne den starken Euro wäre das Umsatzwachstum noch höher ausgefallen, erklärt Mark K. Binz, Vorstand des IFF, das die Geschäftsentwicklung der 50 größten deutschen Familienunternehmen regelmäßig beleuchtet. Welche Bedeutung Familienunternehmen für die deutsche Wirtschaft haben, zeigt auch eine Studie des Industrieverbandes BDI.

20 Prozent der Gesamtumsätze

Danach erwirtschaften allein die rund 4.500 Familienunternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz 20 Prozent der Gesamtumsätze aller Unternehmen und beschäftigen 17 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ohnehin sind 90 Prozent der vier Millionen deutschen Betriebe von Familien oder Inhabern geführte Firmen. Laut dem Institut für Mittelstandsforschung stellen sie mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze in Deutschland.

Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Angeführt wird die Liste der von mindestens einer Familie dominierten Unternehmen vom Autobauer Volkswagen. Der von den Familien Porsche und Piech kontrollierte Konzern hat 2014 erstmals über 200 Milliarden Euro (202 Milliarden Euro) Umsatz erzielt. An zweiter Stelle der größten deutschen Familienunternehmen folgt der Münchner BMW-Konzern (Familie Quandt) mit 80 Milliarden Euro. Auf den Plätzen kommen die Schwarz-Gruppe (Lidl) mit 74 Milliarden Euro und Metro (Familie Haniel) mit 63 Milliarden Euro.

Nur elf börsennotierte Firmen

An der Rangfolge in der Spitzengruppe änderte sich im vergangenen Jahr bis zu Platz 7 (Continental) nichts. Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius stieg um einen Platz auf und ist im aktuellen Ranking der größten deutschen Familienunternehmen nun auf dem achten Rang.

Von den 50 größten Familienunternehmen sind lediglich elf bösennotiert. In vielen Fällen sind die Familien eher öffentlichkeitsscheu. Nicht wenige der von Familien kontrollierten Firmen, etwa Aldi Nord/Süd, C&A oder Bauhaus, weigern sich sogar, ihre Geschäftszahlen zu veröffentlichen. Hier können die Umsätze nur geschätzt werden.

Robust aufgestellt

Die Untersuchungen des IFF zeigen jedoch, dass die meisten großen deutschen Familienunternehmen robust aufgestellt sind. Demnach schrieb 2014 keines der 26 Unternehmen, die Angaben zum operativen Ergebnis machten, rote Zahlen. Insgesamt erzielten die 26 Unternehmen ein Ebit von 50,4 Milliarden Euro, dies sind 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ein Unternehmen gilt dann als Familienunternehmen, wenn maximal zwei Familien mindestens die Hälfte der Unternehmensanteile halten und mindestens ein Familienmitglied in der Geschäftsführung tätig ist oder wenn maximal drei Familien mindestens die Hälfte der Unternehmensanteile halten (familienbeherrschte Unternehmen). Bei börsennotierten Unternehmen reicht es, wenn mindestens 30 Prozent der Stimmrechte bei einer oder zwei Familien liegen.

lg

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