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NYSE: 225 Jahre Börsengeschichte Jubiläum

Tontine Coffee House (zweites von links)

Tontine Coffee House

Den Beginn dieses Mythos "Wall Street" markieren 24 Männer und eine Platane: In deren Schatten vor der Nummer 68 der Wall Street an der Südspitze von Manhattan wird am 17. Mai 1792 das Buttonwood-Abkommen unterzeichnet. Hierin legen die Händler fest, dass sie künftig bei jedem Wertpapierverkauf eine Gebühr von mindestens 0,25 Prozent verlangen. Allerdings sind die Anfänge bescheiden. Gerade einmal fünf Papiere umfasst der Kurszettel – zwei Bankaktien und drei Staatsanleihen. Dennoch beziehen die Händler bald das nahegelegene "Tontine Coffee House“ für ihren täglichen Handel.

NYSE: 225 Jahre Börsengeschichte Jubiläum

Tontine Coffee House (zweites von links)

Tontine Coffee House

Den Beginn dieses Mythos "Wall Street" markieren 24 Männer und eine Platane: In deren Schatten vor der Nummer 68 der Wall Street an der Südspitze von Manhattan wird am 17. Mai 1792 das Buttonwood-Abkommen unterzeichnet. Hierin legen die Händler fest, dass sie künftig bei jedem Wertpapierverkauf eine Gebühr von mindestens 0,25 Prozent verlangen. Allerdings sind die Anfänge bescheiden. Gerade einmal fünf Papiere umfasst der Kurszettel – zwei Bankaktien und drei Staatsanleihen. Dennoch beziehen die Händler bald das nahegelegene "Tontine Coffee House“ für ihren täglichen Handel.

New Yorker Broker im 19. Jahrhundert (Gallagher's Night Stock Exchange)

New Yorker Broker Anfang des 19. Jahrhunderts

Nach den bescheidenen Anfängen geht es rasch bergauf. 1817 - die New Yorker Börse feiert ihr 25-jähriges Jubiläum - besteht der Kurszettel aus neun Banken, acht Versicherungen und einer Manufaktur. Hinzu kommen sieben amerikanische Staatsanleihen. Kurz vor dem 25-jährigen Geburtstag wird die zuvor eher informelle Handelsplattform in New York Stock & Exchange Board (NYS & EB) umbenannt. 1863 erfolgt die Umbenennung in NYSE. Zwar gibt es in der Folge mitunter deprimierende Tage wie den 16. März 1830, an dem gerade mal 31 Aktien gehandelt werden. Doch insgesamt nimmt das Interesse an der Börse sowie die Zahl der börsennotierten Firmen rasant zu. Schon 1835 werden pro Tag 8.500 Aktien gehandelt.

Panik in der Wall Street Union Trust Company Pleite

Erste Wall-Street-Panik

Die Entstehung der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verleitet auch zu Übermut und Spekulationsgeschäften mit verheerenden Folgen: Dazu gehört der Zusammenbruch der Ohio Life Insurance & Trust Company im Jahr 1857. Er führt zum ersten größeren Crash am New Yorker Aktienmarkt. Nach einem Rückgang um zehn Prozent am ersten Tag kommt es im weiteren Verlauf zu einer regelrechten Verkaufswelle. Am Ende des Jahres haben die Aktien 45 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Edison's Stock Ticker

Edison's Stock Ticker

Zu einer wahren Revolution kommt es 1867 mit der Einführung des Börsentickers. Er ermöglicht es, die Kurse in Minutenschnelle auch an Investoren außerhalb der Handelssäle zu übermitteln.

Frauen bedienen während des 1. Weltkriegs den Börsenticker und aktualisieren die Tafel mit den Aktienkursen im Hotel Waldorf Astoria, New York.

Heute muss sich keine Frau mehr darauf begrenzen lassen

Zu Hilfe eilten Brokern damals eine halbe Heerschar von Damen, die die Informationen des ständig laufenden "Tickers" auslasen. Die unscheinbare Maschine führte zu einer ungeahnten Ausweitung des Aktienhandels: Ende 1886 werden erstmals mehr als eine Million Aktien an einem Tag an der NYSE gehandelt.

Panik am 18.9.1873 an der New York Stock Exchange aufgrund der Bankenpleite u. a. der Jay Cooke & Company

Wall-Street-Panik

Doch es gibt auch immer wieder Rückschläge: Der Zusammenbruch der Bank Jay Cooke & Company am 19. September 1873 stürzt die Wall Street erneut in eine tiefe Krise. Der Handel wird zehn Tage lang unterbrochen, nachdem es landesweit zu einem gefährlichen „Bankrun“ gekommen war.

Charles Henry Dow und Edward Davis Jones (r.)

Charles Henry Dow und Edward Davis Jones (r.)

1896 gründet der Ökonom und Journalist Charles Dow (u.a. Herausgeber des „Wall Street Journal“) zusammen mit seinem Partner Edward Davis Jones den nach ihnen benannten Leitindex "Dow Jones Industrial Average“. Die Ursprungsvariante von 1896 umfasst zunächst zwölf Titel. Die einzige Aktie, die bis heute noch unter demselben Namen im Dow Jones notiert, ist die des Mischkonzerns General Electric.

1903 Umzug der NYSE in das Gebäude Wall Street Nummer 11

1903 Umzug der NYSE

Ihren heutigen Standort bezieht die NYSE im Jahr 1903: ein Gebäude in der Wall Street Nummer 11. Ihren Namen hat die gerade mal etwas mehr als einen Kilometer lange Straße übrigens von einem Wall, der dort Mitte des 17. Jahrhunderts als Schutz gegen Angriffe nordamerikanischer Ureinwohner aufgeschüttet wurde.

NYSE Parkett 1929 voller Zettel und fast ohne Händler

NYSE-Parkett 1929

Großen Auftrieb erhält der Wertpapierhandel in den 1920er Jahren, in den USA bekannt als „Roaring Twenties“. Im Juni 1928 werden bereits mehr als fünf Millionen Aktien am Tag gehandelt, kurz darauf erhöht sich die Zahl der Dow Jones-Titel auf 30 (die bis heute gilt). Ein gutes Jahr später, am 24. Oktober 1929, beträgt das tägliche Handelsvolumen zehn Millionen Aktien. Dieses Datum markiert jedoch zugleich einen der bittersten Tage der Börse und geht als "Schwarzer Donnerstag“ – beziehungsweise "Schwarzer Freitag“ (in Europa, wo die Krise erst tags darauf ankommt) in die Geschichte ein. So sah es am Abend des 24. Oktober 1929 im Handelssaal aus.

Nervöse Anleger versammeln sich in der Wall Street am

Die Wall Street am "Black Thursday"

Vor dem Börsengebäude kommt es zu einem Massenauflauf. Denn die Kurse an der Wall Street stürzen ab. Der Dow halbiert sich innerhalb weniger Tage. Der Crash läutet die Weltwirtschaftskrise ein.

Großbritannien beeendet Goldstandard

Großbritannien beeendet Goldstandard

Am 19. September 1931 entscheidet Großbritannien, das Pfund vom Goldstandard abzukoppeln – und das mitten in der Weltwirtschaftskrise. Mit Ausnahme von Paris schließen die Börsen weltweit für einige Tage, um bei den Anlegern keine Panik aufkommen zu lassen.  Der Schritt der britischen Regierung markiert den Anfang vom Ende des internationalen Goldstandards.

New York Stock Exchange in den 80ern

NYSE in den 80ern

Bis der Aktienhandel wieder eine globale Massenbewegung wird, dauert es viele Jahre. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und dem einsetzenden Wirtschaftsboom brechen auch an den Börsen wieder goldene Zeiten an. So verzeichnet die Chronik der NYSE, dass am 18. August 1982 ein neuer Rekord aufgestellt wird: Erstmals werden an diesem Tag 100 Millionen Aktien umgesetzt.

Edzard Reuter

Der frühere Daimler-Chef Edzard Reuter

Erinnern Sie sich noch an Edzard Reuter, den einstigen Chef der Daimler-Benz AG? Unter seiner Ägide wagt der Stuttgarter Autobauer als erstes deutsches Unternehmen am 5. Oktober 1993 den Schritt an die Wall Street.

Ein Händler an der New Yorker Börse reißt die Arme hoch

Händler an der New Yorker Börse

Das neue Jahrtausend bringt noch eine Reihe anderer Neuheiten. So werden am 31. Juli 2001 erstmals sogenannte ETFs, also die heute so beliebten Indexfonds, an der Wall Street gehandelt. Und im März 2006, also 214 Jahre nach ihrer Gründung, wagt endlich auch die NYSE selbst den Weg auf den Kurszettel.

Dow über 20.000

Dow über 20.000

Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr läuft alles prächtig: Am 25. Januar 2017 hat der Index erstmals die Grenze von 20.000 Punkten erreicht. Inzwischen ist er auf fast 21.000 Punkte gestiegen.

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