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Porträt

Ken Griffin

Superreich dank Citadel

Ken Griffin sammelt Kunst und Kohle

Stand: 08.03.2016, 14:46 Uhr

Ken Griffin war im vergangenen Jahr der erfolgreichste Hedgefonds-Manager. Laut Forbes-Liste hat er 2015 satte 1,7 Milliarden Euro verdient. Mit dem frischen Geld dürfte Griffin seine berühmte Kunstsammlung weiter ausbauen.

Griffins Hobby geht nämlich richtig ins Geld. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg kürzlich meldete, gönnte sich der Investor im Herbst des vergangenen Jahres für den Gesamtpreis von 500 Millionen Dollar die Bilder zweier abstrakter Impressionisten.

Der Gründer des Investmentfirma "Citadel" soll Jackson Pollocks 1948 produziertes "Number 17A" für 200 Millionen und Willem de Koonings "Interchanged" für 300 Millionen Dollar erworben haben, weiß Bloomberg aus vertraulichen Quellen. Das wäre der teuerste Privatkauf aller Zeiten.

Geltungskonsum für Fortgeschrittene?

Dabei ist die Summe für Griffin zwar nicht unbedingt Kleingeld, aber für ein paar Einkäufe dieses Kalibers reicht sein Vermögen noch locker aus. Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte Griffin vergleichsweise schlanke 40 Millionen Dollar an das New Yorker Museum of Modern Art gespendet. Auf der aktuellen Forbes-Liste der reichsten Menschen dieser Welt steht er mit 7,6 Milliarden Dollar immerhin auf Platz 157.

Der 1968 geborene Selfmade-Milliardär hat sich den Reichtum mit seinen Hedgefonds erarbeitet. Im vergangenen Jahr hatte Citadels Flaggschiff-Fonds eine Rendite von 14,3 Prozent erwirtschaftet. 2015 hatte die Hedgefonds-Branche zu kämpfen, sodass sein Erfolg besonders strahlend wirkt. Nach Angaben des Branchendienstes HFR büßte der durchschnittliche Hedgefonds 0,85 Prozent ein. Zum Vergleich: Wer auf den Dax gesetzt hat, verdiente 2015 knapp neun Prozent.

Was ist ein Hedgefonds?

Hedgefonds sind Investmentfonds, die bezüglich ihrer Anlagestrategie keinerlei gesetzlichen oder sonstigen Beschränkungen unterliegen. Deshalb können die Fondsmanager mit einer Vielfalt von Methoden agieren: Dem Kauf und Verkauf von Anleihen, Aktien und Rohstoffen bis zum Handel mit Derivaten. Die Manager tätigen auch Leerverkäufe oder kaufen Wertpapiere auf Kredit, um von Hebelwirkungen zu profitieren. Sie gelten bei einigen Marktexperten wegen ihrer Intransparenz und der riskanten Strategien als ein Risikofaktor für die Stabilität des Finanzsystems.

Mehr als 15 Milliarden Dollar werden von Griffin und seinen Mitarbeitern in diesem Fonds im Hauptquartier in Chicago verwaltet. Insgesamt managt "Citadel" 24 Milliarden Dollar (Stand: Februar 2016). Im laufenden Jahr hat Griffin allerdings mit Verlusten zu kämpfen. Er reagierte darauf mit Personaleinsparungen und setzte einige Analysten, Portfoliomanager und Associates an die Luft.

Ein großzügiger Förderer von Kunst und Bildung

Kate Perry

Katy Perry. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Angefangen zu investieren hat Griffin im Jahr 1987 in Harvard, ausgerüstet mit einem Telefon, einem Faxgerät, einem PC und 265.000 Dollar Startkapital. Auch die Großmutter soll etwas beigesteuert haben. "Ein bescheidener aber ehrgeiziger Anfang", heißt es auf der "Citadel"-Homepage. Im Jahr 1990 gründete er den Hedgefonds Citadel. Griffin schloss die berühmte Universität übrigens mit einem Bachelor in Ökonomie ab. 2014 spendete er seiner Alma Mater die sensationelle Summe von 150 Millionen Dollar.   

Dem Vernehmen nach soll es der Milliardär auch verstehen zu feiern: Im November 2015 lud er anlässlich des 25-jährigen Bestehens seiner Firma die Sängerin und Schauspielerin Katy Perry ein, die dort eine Auswahl ihrer größten Erfolge zum Besten gegeben haben dürfte: Ein weiteres Beispiel für die innige Verbindung von Kunst und Geld, die in Griffins Leben eine wichtige Rolle spielt.

ts

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