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Investoren

David Tepper

Amerikas erfolgreichster Hedgefonds-Manager

David Tepper - mehr geht nicht

von Robert Minde

Stand: 20.11.2014, 16:15 Uhr

Er gilt als der bestbezahlte Hedgefonds-Manager. Die 3,5 Milliarden Dollar, die David Tepper im vergangenen Jahr mit seiner Firma Appaloosa Management verdient hat, sind aber selbst für amerikanische Verhältnisse nicht alltäglich.

Der heute 57-jährige Amerikaner, dessen Vermögen das Magazin Forbes jüngst auf rund zehn Milliarden Dollar taxierte, stammt ursprünglich aus Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen mit zwei Geschwistern auf, sein Vater war Steuerberater, seine Mutter Grundschullehrerin.

Sein weiterer Weg deutete zunächst nicht darauf hin, dass aus ihm mal einer der bemerkenswertesten Finanzjongleure der Wall Street werden sollte. Er studierte Volkswirtschaft an der Universität seiner Heimatstadt und begann seine berufliche Laufbahn 1980 als Kreditanalyst in einer Bank. Er fühlte sich aber dort nicht wohl und bildete sich an der Carnegie Mellon Universität weiter, wo er seinen Master-Abschluss erwarb.

Der Weg führt zu Goldman Sachs

Nach ersten beruflichen Schritten in der Industrie ab 1982 kam er 1985 zu Goldman Sachs. Spätestens jetzt müsste der interessierte Leser hellhöriger werden, denn wer die Karrieren vieler Selfmade-Milliardäre wie Tepper verfolgt, der stößt des Öfteren auf die New Yorker Investmentbank. Auch für Tepper war Goldman die Kaderschmiede schlechthin, schon ein halbes Jahr nach seinem Firmeneintritt als Kreditanalyst leitete er den Handelstisch der neu gegründeten Abteilung für hochverzinsliche Wertpapiere (high yield desk).

Immerhin acht Jahre arbeitete bei er bei Goldman und spezialisierte sich auf in Not geratene Firmen, die meist Insolvenz angemeldet oder sich in anderen schwierigen Lagen befanden. Ende 1992 verließ er die Bank, nachdem Goldman es abgelehnt hatte ihn zum Partner zu machen. 1993 gründete er den Hedge-Fonds Appaloosa Management. Heute ist die 20 Milliarden Dollar schwere Firma einer der großen Spieler an der Wall Street.

Distressed-Strategie

Bank of America-Schriftzug

Bank of America. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Anfänglich fokussierte sich Appaloosa auf Junk Bonds, mit gutem Erfolg. 2001 erzielte er eine Rendite von immerhin 61 Prozent. Teppers Anlage-Strategie ist das Rauspicken der Aktien oder Anleihen von in Not geratenen Firmen, im Fachjargon "distressed securities" genannt, die er gegen den Markt für wenig Geld kauft. Er setzt entweder auf eine Erholung des Unternehmens, eine Übernahme und/oder Restrukturierung, aber auch auf das Eingreifen des Staates. So geschehen 2008/2009 während der Finanzkrise, oder wie beim unter Insolvenzschutz geratenen Autobauer General Motors (auch heute noch prominent im Portfolio vertreten). Geht seine Wette auf, streicht er atemberaubende Gewinne ein.

Ab dem Jahr 2005 wechselte er von den Junk Bonds in den Aktienmarkt. Im S&P-500-Index sah er bessere Möglichkeiten, seine "Distressed-Strategien umzusetzen". Übrigens ein anerkanntes Vorgehen in der Branche neben Value-Investoren (zu denen beispielsweise Warren Buffett gehört), Sektor- oder quantitativen Strategien. Distressed umzusetzen ist allerdings leichter gesagt als getan. Denn es gehört viel Mut dazu und ist psychologisch nicht einfach, in schwierigen Zeiten gegen den Markt zu agieren. Seine Disziplin bei der Umsetzung der Handelsstrategien gilt denn auch als eine unbestreitbare Stärke des Managers.

So kaufte er beispielsweise die Aktien der Bank of America während der Finanzkrise für drei Dollar, immer in der Annahme, dass der Staat die größte Bank des Landes nicht fallen lassen würde. Bekanntlich ist seine Rechnung aufgegangen.

Delta Airlines-Maschine

Delta Airlines-Maschine. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch seine Investments in die Fluglinien Delta Airlines und United Continental, mittlerweile wieder verkauft, haben sich gelohnt.

Viele unter Konkursschutz stehende Firmen sind entweder umgebaut und in anderen Gesellschaften aufgegangen oder erfolgreich restrukturiert worden. In jedem Fall verdienen sie wieder Geld. David Tepper jedenfalls war gut dabei, wie seine Erfolgsbilanz deutlich zeigt.

Zwei Prozent plus Bonus

Denn wer Tepper Geld anvertraut muss wissen, dass zwei Prozent davon erst einmal als Gebühr einbehalten werden. Auch bleiben die Anlagen drei Jahre festgelegt. Teilweise bezahlt der Hedgefondsmanager damit seine Mitarbeiter. Zudem erhält er im Erfolgsfall eine Provision von 20 Prozent. Die zwei Prozent Provision aber behält Tepper in jedem Fall, auch wenn der Markt nicht läuft.

Mit diesem Modell lassen sich auch mal 3,5 Milliarden Dollar verdienen (9,6 Millionen Dollar pro Tag), je nachdem, wie die Strategie läuft und wieviel Anleger auf Tepper setzen. 2013 jedenfalls erzielte Appaloosa für seine Kunden eine Rendite von atemberaubenden 42 Prozent. Bereits im Vorjahr lag sein Gehalt bei über zwei Milliarden Dollar. Mehr geht nicht, kein anderer hat bisher mehr geschafft. Für den Privatanleger ist das Modell nur bedingt geeignet, denn eine Garantie auf solche Renditen gibt es natürlich nicht. Das zeigt auch das erste Halbjahr 2014, in dem Tepper mit seinem größten Fonds Palomino nur 3,4 Prozent erwirtschaftet hat.

Der Philantrop Tepper

Tepper ist, wie in Amerika durchaus üblich, auch bekannt durch zahlreiche Spenden - hauptsächlich an Universitäten aber auch für andere wohltätige Zwecke. Zum 20. Jubiläum von Appaloosa hat er 20 Millionen Dollar diversen Wohlfahrtsorganisationen zukommen lassen.

Hamerschlag and Roberts Halls-Colleges of Engineering der Carnegie Mellon University

Carnegie Mellon University . | Bildquelle: Wikimedia Commons

Bereits im Jahr 2003 hatte er bekannt gegeben, dass er seiner alten Alma Mater, der Carnegie Mellon Universität, 55 Millionen Dollar zukommen lassen will. Allerdings verbunden mit der Auflage, dass die ökonomische Fakultär nunmehr seinen Namen trägt - die Tepper school of business. Im vergangenen Jahr spendete er weitere 67 Millionen Dollar an die Universität, womit sein Engagement insgesamt bei rund 125 Millionen Dollar liegt. Tepper engagiert sich auch in seiner 2012 gegründeten Bewegung "bessere Erziehung für Kinder", zusammen mit Politikern aus dem Staat New Jersey.

Ansonsten ist über Teppers Privatleben wenig bekannt, außer dass er sich in den Sportvereinen seiner drei Kinder engagiert. Humor hat er übrigens auch: Auf die Frage eines Mellon-Studenten, was er gemacht hätte, wenn das mit den Hedgefonds nicht geklappt hätte antworte er, dass er auch ein passables Elvis-Double abgegeben hätte. Augenzeugen berichten, seine Version von Heart Break Hotel wäre gar nicht schlecht gewesen.

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