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China

Glücksspiel an Automaten in einem Spielcasino

Zocken in China

"Glücksspiele geben ein Gefühl von Kontrolle"

von Claudia Wiggenbröker

Stand: 12.01.2016, 16:23 Uhr

Das Börsenbeben in China versetzt so manchen Europäer ins Staunen: Es scheint, als würde dort nicht spekuliert, sondern ohne Rücksicht auf Verluste gezockt. Ist das eine Frage der Mentalität?

Und alle machen mit: Am chinesischen Aktienmarkt spekulieren nach Experten auffallend viele Anleger ohne Erfahrung. Der bis zuletzt ungebremste Aktien-Boom mag so manchen Beobachter an die Zeiten des Neuen Marktes erinnern. Es kam, wozu es kommen musste: Zuletzt gab es mehrere heftige Kurseinbrüche an den chinesischen Aktienmärkten.

Zwei Titel für ein Unternehmen

An den chinesischen Finanzmärkten werden oftmals mehrere "Aktien-Arten" eines Unternehmens gehandelt - darunter die sogenannten A- und die H-Aktien. Privatanleger und kleinere institutionelle Investoren kaufen in der Regel A-Aktien eines Unternehmens. Auch der Run der vergangenen Monate erstreckte sich in erster Linie auf diese Papiere. Viele Konzerne geben aber auch H-Aktien aus, die wiederum werden meist von größeren Institutionellen wie beispielsweise Banken erworben.

Die Preise der beiden "Aktiengattungen" sind dementsprechend auch unterschiedlich. H-Aktien schwanken in der Regel nicht so stark wie A-Aktien. Um diese Preisdifferenzen darzustellen, gibt es den von der Börse Hong Kong erstellten "Hang Seng China AH Premium Index".

Übersteigt der Index die Grenze von 100, bedeutet dies, dass der Preis der von Privatanlegern bevorzugten A-Aktien über dem Preis der H-Aktien liegt. Heute Nachmittag stand der Index beispielsweise bei 141,84. Das zeigt, dass die A-Aktien etwa 40 Prozent teurer sind - und augenscheinlich überbewertet werden.

Hang Seng China AH Premium Index

Hang Seng China AH Premium Index. | Bildquelle: boerse.ARD.de

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