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Geldanlage

Eine Hand legt Geld auf einen Münzstapel

Studie

Geldvermögen der Deutschen wächst weiter

Stand: 05.01.2017, 17:04 Uhr

Trotz des schwierigen Zinsumfelds konnten die Deutschen ihr privates Geldvermögen 2016 auf insgesamt 5,7 Billionen Euro steigern - so viel wie nie. Diese Tendenz soll im neuen Jahr anhalten.

Das anhaltend niedrige Zinsniveau machte es Sparern auch im Jahr 2016 schwer, ihr Geld zu vernünftigen Zinssätzen anzulegen. Trotzdem konnten die Bundesbürger ihr Geldvermögen von 5,5 Billionen auf 5,7 Billionen Euro steigern, heißt es in einer Studie der DZ Bank vom Donnerstag. Das entspricht einem Plus von rund vier Prozent.

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Einen beträchtlichen Teil des Zuwachses verdankten Anleger Kursgewinnen mit Aktien und Fonds. Die Jahresend-Rally im Dezember sorgte für einen Vermögenzuwachs in Höhe von rund 44 Milliarden Euro. Der Dax stieg im abgelaufenen Jahr um fast sieben Prozent.

Privatanleger bleiben risikoscheu

boerse vor acht vom 05.01.2017

Allerdings verschlug es die eher risikoscheuen Deutschen selten auf den Aktienmarkt. Im internationalen Vergleich abgeschlagen rangieren sie mit einer Direktanlage von nur sieben Prozent in Aktien auf den hinteren Plätzen, heißt es in der DZ-Bank-Studie. Aufgrund der Niedrigzinsphase scheuen private Haushalte langfristig festverzinsliche Anlagen und neigen immer häufiger dazu, ihr Vermögen in Sichteinlagen zu parken und fördern damit den "Geldanlagestau", der seit einigen Jahren zunimmt. Mittlerweile befinden sich 56,7 Prozent der Bankeinlagen und 23,6 Prozent des gesamten privaten Geldvermögens in solchen kurzfristigen Einlagen.

Hartnäckiges Sparen sorgt für Vermögenszuwachs

Dem "Sparfleiß" der Deutschen ist es zu verdanken, dass das Geldvermögen zugenommen hat. Die Sparquote stieg leicht auf 9,8 Prozent. Von 100 Euro verfügbarem Einkommen werden also 9,80 Euro auf die hohe Kante gelegt. Begünstigt wurde die Sparneigung zusätzlich von der positiven Einkommensentwicklung. So stieg das verfügbare Einkommen 2016 um gut 2,5 Prozent - ohne größere Kaufkraftverluste durch Inflation.

Deutsche Sparer bleiben sich treu.

Freilich macht sich die extreme Zinssituation bemerkbar. Die Sachvermögensbildung in Form von Immobilien wird daher immer wichtiger. Das günstige Finanzierungsumfeld lieferte hier eine risikoarme Alternative zur Geldanlage. Es wird erwartet, dass ein größerer Teil der Ersparnis in die Sachvermögensbildung fließt und dies die Geldvermögensbildung verlangsamt.

Schwieriges Umfeld für Geldanlage auch im neuen Jahr

Mit einer Fortsetzung des Anleihen-Ankaufprogramms der EZB bis voraussichtlich Ende 2017 bleibt das Niedrigzinsumfeld bis auf weiteres bestehen und damit auch im neuen Jahr eine Herausforderung für Privatanleger. Der Konsum privater Haushalte bleibt damit ein wichtiger Wachstumsfaktor, auch wenn die Inflation noch weit unter dem Ziel der EZB liegt.

Der Vermögenszuwachs hängt im neuen Jahr stark von der Entwicklung der Aktienmärkte ab. Generell wird jedoch ein positiver Trend und ein Vermögenswachstum von 3,8 Prozent bis Ende 2017 erwartet.

Geldvorsätze der Deutschen für 2017

Ausblick 2017 Anleger

Geldvorsätze mit regionalen Vorlieben.

66 Prozent der Deutschen haben sich für 2017 Geld-Vorsätze gefasst. Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von Savedo hat herausgefunden, dass an erster Stelle der Vorsätze der Bundesbürger steht, "regelmäßig oder mehr" zu sparen. Dahinter folgt als zweitwichtigster Vorsatz, "Angebote genauer zu vergleichen, um weniger zu zahlen".

Regionale Vorlieben und Unterschiede gibt es dennoch. Besonders die Berliner haben sich hier einiges vorgenommen. Knapp jeder zweite (47 Prozent) Berliner hat sich vorgenommen, mehr zu vergleichen. Im Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei 27,5 Prozent.

"Sinnvoll sind diese Geld-Vorsätze allesamt. Allerdings ist wohl zu befürchten, dass schon ein paar Wochen nach Jahresbeginn bei Vielen das Gleiche passiert wie mit dem guten Vorsatz, mehr Sport zu treiben", meint Christian Tiessen, Geschäftsführer und Mitgründer von Savedo. "Wer jedoch seine Vorsätze in Sachen Geld erfolgreich umsetzt, kann schon nach wenigen Monaten von den positiven Effekten profitieren. Besonders jetzt ist es lohnenswert, da die Inflationsrate im Dezember 2016 auf 1,7 Prozent gestiegen ist, so hoch wie zuletzt im Jahr 2013."

Baden-Württemberger wollen noch mehr sparen

Spitzenreiter bei den "Vorsatzlosen" sind Rheinland-Pfalz, das Saarland und Sachsen-Anhalt ohne jegliche Geldvorsätze. Ihrem Ruf alle Ehre machen die Schwaben. Die Baden-Württemberger belegen den ersten Platz der Spardisziplin. 35,3 Prozent geben an, "regelmäßig (mehr)" sparen zu wollen.

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