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Vorstandsgehälter

VW-Chef Martin Winterkorn

Winterkorn verdient fast so viel wie "Schweini"

1,5 Prozent mehr Lohn für die Dax-Chefs

Stand: 22.07.2015, 12:02 Uhr

Bei den Vorstandschefs der Dax-Konzerne ist die Zeit der großen Gehaltssprünge vorbei. 2014 stieg ihre Vergütung weniger stark als die Durchschnittslöhne. Top-Verdiener war erneut der VW-Chef. Er erhielt fast so viel wie künftig Fußball-Star Bastian Schweinsteiger in Manchester.

Wie bereits in den vier vorangegangenen Jahren führt VW-Konzernlenker Martin Winterkorn die Rangliste der Spitzenverdiener im Dax an. Der 68-jährige Schwabe kassierte im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 15 Millionen Euro - etwas mehr als 2013. Deutlich abgeschlagen auf Platz zwei und drei im Gehalts-Ranking landeten SAP-Chef Bill Mc Dermott (7,9 Millionen Euro) und Merck-Chef Karl-Ludwig Kley (7,8 Millionen Euro). Das geht aus der Vorstandsvergütungs-Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München hervor, die am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt wurde.

Sind 15 Millionen angemessen?

Die Frage, ob 15 Millionen Euro Spitzengehalt angemessen sind, beantwortete Professor Gunther Friedl von der TU München, Mitautor der Studie, mit einem Vergleich. Im Sport und in der Unterhaltungsindustrie finde man zahlreiche Beispiele für ähnliche Gehaltsklassen. So wird Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger bei seinem neuen Arbeitgeber Manchester United voraussichtlich rund 18 Millionen Euro verdienen. "Der eine begeistert Millionen von Menschen, der andere verantwortet Hunderttausende von Aerbeitsplätzen", sagte Friedl. "Beide schaffen für viele Menschen einen Wert, und in unserem Wirtschaftssystem wird eine solche Fähigkeit entsprechend honoriert."

Gehaltsschere zu Angestellten wird größer

Insgesamt stiegen die Gehälter der Dax-Vorstände im Schnitt um 1,5 Prozent auf 3,4 Millionen Euro. Das ist ein geringerer Anstieg als die Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland, die um 3,8 Prozent nach oben kletterten. 2013 hatte das Gehaltsplus noch bei vier Prozent gelegen. "Möglicherweise hat die gesellschaftliche Debatte um die Bezahlung von Top-Managern zu dieser moderaten Entwicklung beigetragen", sagte Experte Friedl. Freilich: Die Gehaltsschere zwischen Top-Managern und Angestellten ging weiter auseinander. Im Mittel "verdiente ein Dax-Vorstand das 54-fache des Durchschnittsgehalts eines Dax-Angestellten", heißt es in der Studie. 2013 hatten Dax-Vorstände noch das 53-fache ihrer Angestellten kasssiert.

Bei den Festgehältern waren deutlichere Veränderungen zu beobachten. Die fixen Vergütungsbestandteile seien mit fast fünf Prozent deutlich stärker gestiegen als die Gesamtbezüge, merkten die Autoren der Studie kritisch an. Im vergangenen Jahr steigerten die Dax-Konzerne ihre Gewinne um 6,8 Prozent.

US-Firmenbosse verdienen drei Mal so viel

Die Vorstandschefs der 30 Dax-Konzerne erhielten durchschnittlich 5,3 Millionen Euro. Damit verdienten sie zwar deutlich mehr als ihre Kollegen in Frankreich (3,7 Millionen Euro), aber weniger als ihre Kollegen in der Schweiz (6 Millionen Euro). Vom Gehaltsniveau der USA sind allerdings auch die Schweizer weit entfernt. Im Schnitt kassierten die Bosse der Dow-Unternehmen im vergangenen Jahr umgerechnet 15,1 Millionen Euro - so viel wie VW-Chef Winterkorn. Absoluter Spitzenverdiener war Microsoft-Chef Satya Nadella, der über 63 Millionen Euro an Gehalt gewährt bekam. Gut die Hälfte davon gab es in Form von Aktienpaketen, auf die er erst 2019 zugreifen kann.

nb

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Die reichsten und ärmsten Dax-Chefs

Studie der DSW

VW-Chef Martin Winterkorn

Martin Winterkorn (VW)

Unangefochtener Top-Verdiener unter den Dax-Konzernchefs war 2014 erneut VW-Boss Martin Winterkorn. Der Manager verdiente nach einem Rekordjahr des Autokonzerns rund 15 Millionen Euro - ein bisschen mehr als 2013.

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