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Prostituierte

Wohin steuert der Markt?

Einfach mal die Escorts fragen

Stand: 01.02.2016, 16:04 Uhr

Wenn sie wissen wollen, ob am Aktienmarkt ein neuer Sturm aufzieht, fragen US-Journalisten auch bei den Escorts nach. Und die geben erst mal Entwarnung.

Der Januar war einer der schmerzhaftesten Börsenmonate seit langem. In New York verlor der Dow Jones-Index 5,5 Prozent. Die meisten Anleger fürchten zwar keine Krise wie in 2008, doch viele sind vorsichtig geworden.

Der Fernsehsender CNBC hat deshalb wieder einmal eine Reihe von Escortdamen nach ihrem Sentiment gefragt. Bei der letzten Befragung im Mai waren die Damen noch der Meinung, dass sich ihr "Geschäft" seit der Finanzkrise 2008/2009 kräftig erholt habe. Und jetzt, gehen die Umsätze wieder zurück?

Bisher kein Einbruch der Geschäfte

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 3 Monate
Kurs
17.873,22
Differenz absolut
44,93
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"Chelsea", eine Edel-Prostituierte aus Manhattan sagt, das Geschäft habe nur ein wenig nachgelassen. Sie müsse sich weiter um Umsätze bemühen, aber einen Einbruch habe es bisher nicht gegeben. Auch die Frage, ob ihre Wall-Street-Klientel denn von irgendwelchen Zukunftsängsten berichte, verneint sie. "Die meisten klagen zwar über gesunkene Bonuszahlungen" - aber einen nennenswerten Rückgang ihrer Einnahmen habe sie bislang nicht gehabt.

"Holly", eine andere Escortdame, berichtet Ähnliches. "Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen diesem und letztem Jahr, aber viele Jungs wollen ein bisschen mehr Party machen als früher." Das sei auch einigen ihrer Kolleginnen aufgefallen. Von Zukunftsängsten oder einem baldigen Einbruch ihrer Geschäfte ist bei den Escorts und ihren Kunden von der Wall Street also nichts zu spüren.

Auch Immobilienmakler geben Entwarnung

CNBC hat auch bei den führenden Immobilienmaklern in Manhattan und den Hamptons, den feinen Ferienorten auf Long Island nachgefragt, ob sie eine Verlangsamung ihrer Geschäfte spüren. Laut Douglas Elliman, der regelmäßige Lageberichte veröffentlicht, ließen sich mit Wohnungen in Manhattan im vierten Quartal 2015 Höchstpreise erzielen. Auch sei die Nachfrage auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise geklettert. Ähnlich entspannt klingen die Aussagen der Makler aus den Hamptons, dem bevorzugten Aufenthaltsort der amerikanischen High Society an der Atlantikküste.

Doch genau diese Ruhe und demonstrative Zuversicht ist es, die viele Marktexperten vorsichtig werden lässt. "Man hat den Eindruck, alle wissen, dass ein Sturm aufzieht, doch bis es soweit ist, verhalten sich die meisten Anleger gelassen", sagt ein Händler, der seinen Namen nicht nennen will.

lg

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