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Ole Andreas Halvorsen, Viking Global

Hedgefondsmanager Halvorsen Der Tigerboy aus Norwegen

Stand: 01.02.2017, 08:18 Uhr

Offizier der norwegischen Marine, Stanford-Absolvent und passionierter Golfspieler: Ole Andreas Halvorsen hat es längst auch auf die Liste der bestverdienenden Hedgefondsmanager der Welt geschafft. Höchste Zeit, ihn einmal vorzustellen.

Geboren wurde Halvorsen 1961 in Norwegen. Als er nach dem Abitur zum Militär musste, bewarb er sich bei der Marineakademie und ließ sich zum Offizier ausbilden. Später behauptete er, dort die nötige Disziplin und Führungsstärke erworben zu haben, die er später als Hedgefondsmanager gut gebrauchen und einsetzen konnte.

Doch zunächst ging der junge Ole in die USA, um dort Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Natürlich nicht igrnedwo, sondern an der renommierten Stanford Universität. Dort erhielt er 1990 seinen MBA mit Auszeichnung. Einer seiner damaligen Professoren erklärte noch Jahre später einem Journalisten, Ole Andreas Halvorsen sei einer der "hellsten Köpfe, die wir je hatten".

Von Stanford zu Morgan Stanley

Nach dem Studium verließ Halvorsen das sonnige Kalifornien und zog nach New York, wo er eine Stelle im Aktienhandel von Morgan Stanley ergatterte. Dort hielt es ihn jedoch nur zwei Jahre. Bereits 1992 wechselte er zu Julian Robertson, dem schon zur damaligen Zeit legendären Hedgefondsmanager. Der ehemalige Börsenmakler hatte es nämlich geschafft, das verwaltete Vermögen seines Tiger Management Funds binnen 15 Jahren von acht Millionen Dollar auf 7,2 Milliarden Dollar im Jahr 1996 zu steigern.

Stanford University in Palo Alto, Kalifornien

Stanford University in Palo Alto, Kalifornien. | Bildquelle: picture alliance/robertharding

Nur ein Jahr später, 1997, galt Robertson und sein Tiger Management Corp. mit einem verwalteten Vermögen von gut zehn Milliarden Dollar als der zweitgrößte Hedgefonds der Welt. Dort wurde Halvorsen zu einem sogenannten "Tigerboy" und lernte, wie man mit einer Kombination aus fundamentaler Analyse, technischen Daten und dem richtigen Timing Aktien auswählt, denen ein möglichst hohes Kurspotenzial zugetraut wird. Die Amerikaner nennen diese Methode bottom-up stock picking.

Keine 100-prozentige Sicherheit

Allerdings zeigt das Schicksal von Robertsons Tiger Fund, dass auch diese Methode keine hundertprozentige Sicherheit vor einem Absturz bietet: So hatte sich Robertson bei US Airways eingekauft - in der Überzeugung, dass die in Turbulenzen geratene Fluggesellschaft wieder gesunden würde. Doch es kam bekanntlich anders. US Airways musste Insolvenz anmelden. Das brachte Robertson derart in Bedrängnis, dass er im Jahr 2000 seinen Tiger Fund schloss.

Halvorsen hatte Robertson bereits ein Jahr zuvor verlassen, um seinen eigenen Hedgefonds zu gründen: Viking Global Investors. Wegen seiner jährlichen Renditen von im Schnitt 14,7 Prozent in den ersten zehn Jahren entwickelte sich der Fonds von Andreas Halvorsen rasch zu einem Magnet für Kunden auf der Suche nach lukrativen und nachhaltigen Anlagemöglichkeiten.

Mehrheitlich profitable Geschäfte

Zwar musste Halvorsen auch heftige Einbußen vermelden, etwa 2009 als sein Fonds mit einem Verlust von 15 Prozent abschloss, doch schnitt Viking damit immer noch besser ab als der S&P 500. Nach eigenen Angaben hat Viking in der Zeit zwischen 2006 und 2011 insgesamt 921 Wertpapiere gekauft und verkauft. Von diesen Transaktionen haben sich mehr als die Hälfte, genau 59 Prozent, als profitabel erwiesen. Die zehn besten seiner Langpositionen schafften sogar ein jährliches Plus von 28 Prozent. Laut den letzten verfügbaren Zahlen schaffte der Viking Global Fond in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres eine Rendite von 8,3 Prozent.

Das verwaltete Vermögen ist bis Ende November letzten Jahres auf 31 Milliarden Dollar angestiegen. Dabei setzt Halvorsen auf die aus seiner Sicht vielversprechenden, innovativen und nicht selten auf die neuen Technologien setzende Unternehmen. So waren Amazon und Facebook zuletzt die größten Posten in seinem Portfolio. Im Sommer letzten Jahres sorgte der Fondsmanager für Aufmerksamkeit, weil er seinen Anteil an dem Versorger Calpine auf 5,7 Prozent des Kapitals verdoppelte.

3,1 Milliarden Dollar Privatvermögen

Calpine ist der größte Stromerzeuger der USA, der ausschließlich auf Erdgas und Erdwärme setzt. Der Konzern betreibt nicht weniger als 86 Kraftwerke im gesamten Land. Wirklich gelohnt hat sich das Investment bisher nicht: Der Kurs von Calpine ist seither von 14 auf rund 12 Dollar gefallen. Doch Halvorsen mahnt zur Geduld: Wie jeder Value-Investor müsse auch ein Hedgefonds lernen, dass Geduld sich durchaus auszahlen kann.

Ob er diese Tugend auf dem Golfplatz schätzen gelernt hat? Der passionierte Golfer belegt derzeit auf der Weltrangliste den 1.871. Platz. Das nötige Kleingeld für sein Hobby besitzt Halvorsen allemal: Laut dem Magazin "Forbes" gehört der Norweger mit einem geschätzten Privatvermögen von 3,1 Milliarden Dollar zu den bestverdienenden Hedgefondsmanagern der Welt. Allein im vergangenen Jahr habe sein Privateinkommen um 280 Millionen Dollar zugenommen. Damit lag er laut "Forbes" auf dem elften Platz der erfolgreichsten Hedgefondsmanager.

lg

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Die Top-Positionen von Andreas Halvorsen Von Amazon bis Encana

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Amazon

Größte Position im Depot des Viking Fonds von Andreas Halvorsen ist den letzten Angaben zufolge das Online-Kaufhaus Amazon. Der Fonds besitzt 2,9 Millionen Papiere dieses Konzerns, was 10,6 Prozent des Gesamtportfolios von Viking Global Investors entspricht.

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