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Investorenporträts

von links: George Soros, Andre Kostolany, Marc Faber (unten), Warren Buffett, David Einhorn (unten), Paul Singer

Gurus des Finanzsystems

Der menschliche Faktor

von Thomas Spinnler

Stand: 05.09.2014, 11:00 Uhr

Sie sind Teil des Mythos, der die Wall Street auch heute noch spannend macht: Selfmade-Milliardäre und Hedgefonds-Manager, die aus eigener Kraft und mit eigenen Strategien Milliarden verdienen. Diese Männer sind mit dem modernen Managertypus nicht zu vergleichen.

Investoren wie George Soros, Carl Icahn, Warren Buffett oder der Hedgefonds-Manager Daniel Loeb sind keine blassen Management-Dienstleister in grauen Anzügen, die ihr Recht auf Bonuszahlungen unabhängig von der tatsächlichen Unternehmensperformance verdient zu haben glauben. Die von uns Porträtierten tragen die Konsequenzen für ihre Fehlentscheidungen häufig mit dem eigenen Vermögen. Vermutlich ist das nicht die schlechteste Charakterschule.

Wie man wird, was man ist

Carl Icahn

Auch wenn es mal hart wird, hat er keine Angst: Carl Icahn. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Charakter haben heißt indes nicht zwingend, dass man ein guter Mensch ist. In Fjodor Dostojewskis Roman "Ein grüner Junge" verfolgt der Held das Ziel, so reich "wie ein Rothschild" zu werden. Das ganze Geheimnis liege in zwei Worten, ist der Jüngling überzeugt: "Beharrlichkeit und Ausdauer". Dann werde der Erfolg mit mathematischer Sicherheit eintreten. Wie der Romantitel verrät - und die Biographie vieler Investoren zeigt - hat der Held etwas Wesentliches vergessen: Rücksichtslosigkeit.

Denn die ist zwingend erforderlich, wenn man aus bloßen Opportunitäten Gewinn machen möchte - wie etwa Paul Singer, der Hedgefonds-Manager, der gerade Argentinien in die Pleite zu zwingen droht.

Überrenditen der Top-Investoren gegenüber dem S&P 500

Überrenditen der Top-Investoren gegenüber dem S&P 500. | Bildquelle: Business Insider / Plan Maestro, Grafik: boerse.ARD.de

Reich werden mit der Buffett-Methode

Buffett und Kollegen sind immens erfolgreich. Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, wie eine aktuelle Grafik zeigt. Das regt die Fantasie an. Deshalb versuchen viele Anleger seine Strategie, die auf dem Suchen und Finden von unterbewerteten Aktien basiert, zu kopieren. Aber die Methode Buffett ist für Privatanleger ohne ein Team von dutzenden Rechercheuren kaum erfolgversprechend. Glück gehört auch dazu.

George Soros

George Soros. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Und selbst mit der geschicktesten Strategie wird es der Normalanleger natürlich nicht schaffen, wie einst George Soros das britische Pfund ins Wanken zu bringen. Trotzdem stellen wir Ihnen auch die Ideen und Strategien vor, die zum fantastischen Reichtum der Wall-Street-Legenden geführt haben.  

Die Herrschaft des Systems? 

Heutzutage findet der überwiegende Teil des Börsenhandels zwischen Rechenmaschinen statt, die in Bruchteilen von Sekunden Entscheidungen über den Kauf und den Verkauf von Finanzanlagen treffen: Algorithmen steuern den Handel, den Zeitpunkt, die Menge und den Preis.

Vielleicht werden gerade deshalb die Handlungen der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager und Investoren an der Wall Street aufmerksam verfolgt, ihre Meinungen zu Themen des Finanzmarkts verschlungen. Sie sind im Guten wie im Schlechten ein menschlicher Faktor im Geschäft mit den Zahlen, sie sind die Gesichter des Finanzsystems.

In unserer Serie können Sie die Porträts lebender und verstorbener Investorenlegenden nebst ihrer größten Investments lesen.

Zu den Porträts:

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