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Anlegerschutz

Malte André Hartwieg

Münchener Unternehmer droht Klagewelle

Zieht sich Malte Hartwieg allmählich zurück?

Stand: 17.04.2014, 11:45 Uhr

Neues Kapitel im Fall Malte Hartwieg: Die Zahlungsausfälle bei mehreren seiner geschlossenen Fonds sind längst nicht geklärt. Da trennt sich der Münchener Unternehmer vom Vertriebsunternehmen Dima24.de - Anzeichen eines Rückzugs?

Die Online-Vertriebsplattform für Beteiligungen, über die Malte Hartwieg auch eigene Finanzprodukte vertrieben hat, hat ab sofort zwei neue Eigentümer. Renate Wallauer und Frank Schuhmann. Sie hätten Dima24.de im Zuge eines Management-Buy-Out übernommen, heißt es auf der Webseite des Münchener Unternehmens. Verkäufer ist Malte Hartwieg, der Gründer von Dima24.de.

Mit dem Verkauf zieht sich Hartwieg komplett aus dem Unternehmen zurück. Wallauer war schon vorher Geschäftsführerin bei Dima24.de, Schuhmann Prokurist und Chefanalyst. "Unter Federführung der beiden neuen Inhaber erfolgen aktuell eine umfassende Neuorganisation und die Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie hin zu noch mehr Transparenz und Kundenorientierung", ist auf der Webseite von Dima24.de zu lesen.

Auf den Ex-Mitinhaber Hartwieg könnte indessen bald eine Klagewelle zurollen. 500 Anleger, die in diverse geschlossene Fonds von Malte Hartwieg investiert haben, warten seit Monaten auf versprochene Auszahlungen und bereiten derzeit Klagen gegen den Finanzmanager und seine Firmen vor. Nach Angaben der "Welt am Sonntag" stehen bis zu 200 Millionen Euro auf dem Spiel. Bei insgesamt zehn Fonds stocken die Ausschüttungen, räumt Hartwiegs Anwalt Werner Klumpe ein. Betroffen sind die Fonds Emirates 1 bis 7 und New Capital Invest 11, 16 und 19.

Das Versprechen von der hohen Rendite

Wie boerse.ARD.de berichtete, sollten Anleger darüber zum Beispiel in den Öl- und Gasmarkt in den USA oder in eine Gold- und Silberraffinerie in Dubai investieren. Dabei wurden ihnen üppige Renditen im zweistelligen Bereich versprochen. Anfang des Jahres hatte das Finanzmagazin "Procontra" in diesem Zusammenhang bereits auf Ungereimtheiten hingewiesen. Mittlerweile häufen sich die Fragen, die Verunsicherung unter den Anlegern ist groß. Alle Vorwürfe gegen sich hat Hartwieg bereits in mehreren Schreiben von sich gewiesen. Er verweist auf den Investmentmanager Christian Kruppa, mit dem er vorher eng zusammengearbeitet hat.

Gegen beide wurde bereits im vergangenen Herbst bei der Staatsanwaltschaft München Strafanzeige gestellt, unter anderem wegen des Verdachts auf Betrug. "Wir prüfen derzeit, ob ein ausreichender Anfangsverdacht für die verfolgbare Straftat vorliegt oder nicht", sagt der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Thomas Steinkraus-Koch.

Wo die Anlegergelder stecken? Es gibt erste - unbewiesene - Vermutungen, sie könnten über ein Firmengeflecht versickert sein. Denn Malte Hartwieg gehören zahlreichen Firmen und die Verflechtungen zwischen ihnen bezeichnet er selbst als "komplex". Zumindest die Firma Dima24.de wird in Zukunft nicht mehr dazu gehören.

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