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Tausende Beschwerden wegen schlechter Anlageberatung

Stand: 27.07.2014, 16:51 Uhr

Viele Bundesbürger fühlen sich bei der Geldanlage von ihrer Bank schlecht beraten. Bei der BaFin gingen allein im ersten Halbjahr über 4.200 Beschwerden ein. Ist das ein Fortschritt für den Anlegerschutz?

Die Werbespots mit glücklichen Bank-Kunden und coolen Anlageberatern gaukeln eine heile Welt vor. Tatsächlich sind tausende Kunden unzufrieden mit der Beratung in ihrer Bank.

Über 15.000 Reklamationen seit Ende 2012

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Stärkung des Anlegerschutzes Ende 2012 sind rund 15.700 Beschwerden über die Anlageberatung bei der Aufsichtsbehörde BaFin eingereicht worden. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen der BaFin.

Wie die Zeitung weiter schreibt, hab es allein im ersten Halbjahr 4.234 Beschwerden. Was moniert wurde und ob auch bei Aktien schlecht beraten wurde, blieb jedoch offen.

BaFin: Nur eine Beschwerde bei jeder 10.000 Beratung

Die BaFin hält die Entwicklung offenbar nicht für all zu dramatisch. Auf etwa 10.000 Beratungen käme rein rechnerisch eine Beschwerde, teilte sie gegenüber der "Welt am Sonntag" mit. Zudem sei die Zahl der Beschwerden nicht mit tatsächlichen Verstößen gleichzusetzen.

Bei Falschberatungen kann die BaFin Bußgelder gegen die Banken verhängen. Häufen sich die Verstöße oder sind besonders schlimm, darf die Aufsichtsbehörde die zuständige Person für bis zu zwei Jahren von der Anlageberatung ausschließen. Die rund 158.000 Bankberater in Deutschland sind in einem Register bei der Bafin erfasst.

Fällt das Provisionsmodell?

Viele von ihnen müssen sich möglicherweise bald umstellen. Das Provisionsmodell, bei dem die Kunden nicht direkt für die Beratung zahlen, sondern indirekt die Fondsgesellschaften und die Versicherung über eine Vertriebsprovision, steht auf der Kippe. Am 1. August tritt ein Gesetz in Kraft, das die Honorarberatung stärken soll. Bislang freilich sind die meisten Deutschen nicht bereit, einen pauschalen Stundentarif für ein Beratungsgespräch zu zahlen.

nb

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