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Sascha Opel

Geständnis im "Scalping"-Prozess

In Stuttgart findet derzeit einer der größten Kursmanipulations-Prozesse Deutschlands statt. Es geht um das "Scalping" mit Aktien von De Beira. Nun hat einer der vier Angeklagten, der Ex-Börsenjournalist Sascha Opel, gestanden.

Justitia Justiz Gericht . | Quelle: colourbox

Der frühere Geschäftspartner des Börsengurus Markus Frick kann's nicht lassen. Siebeneinhalb Jahre, nachdem er als erster Journalist wegen Marktmanipulation zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war, steht er wieder vor dem Stuttgarter Landgericht. Er soll in seinem Börsenbrief "Rohstoffraketen" 2006 mit Empfehlungen den Kurs des Rohstoffexplorers De Beira hochgetrieben und dann Kasse gemacht haben.

An der Aktienmanipulation waren offenbar mindestens drei weitere Männer beteiligt. Sie und Opel stehen im Verdacht, binnen vier Wochen mit Empfehlungen in mehreren Börsenbriefen und Zeitungsartikeln für De Beira gut 38 Millionen Euro Gewinn gemacht zu haben. Drahtzieher des Deals sollen angeblich ein Kanadier (Aly M.) und ein Österreicher (Pascal G.) gewesen sein.

Millionen mit De Beira-Aktien verdient

Während Aly M. vor Gericht schweigt, bestreitet Pascal G., der weiterhin in Österreich weilt, die Vorwürfe. Doch nun hat Ex-Journalist Sascha Opel ausgepackt. Wie die "Financial Times Deutschland" am Freitag berichtet, gab er am Donnerstag vor dem Gericht zu, die Aktie von de Beira 30 Mal empfohlen zu haben, ohne auf den eigenen Besitz der Wertpapiere hingewiesen zu haben.

Im April 2006 habe er eine Million De Beira-Aktien für je 1,00 Euro gekauft. Nach den diversen Empfehlungen kletterte der Kurs auf bis zu 18,50 Euro. Im Oktober verkaufte Opel die Papiere und strich nach eigenen Angaben einen Gewinn von zwei Millionen Euro ein.

"Wie ein Schuljunge durch die Manege geführt"

Den ganzen Plan zum Deal mit De Beira habe er freilich nicht gekannt, sagte Opel vor dem Landgericht in Stuttgart. Er sei "wie ein Schuljunge durch die Manege geführt worden", zitiert ihn die "FTD".

Mit seinem Geständnis dürfte der frühere stellvertretende Chefredakteur des Anlegermagazins "Der Aktionär" mit einer Bewährungsstrafe davon kommen. Das Gericht hat ihm eine Strafe von höchstens zwei Jahren auf Bewährung zugesichert.

Die "Scalping"-Methode

Ganz so glimpflich dürfte der "Scalping"-Prozess nicht für alle enden. Aly M. drohen bei einem Schuldspruch drei Jahre Haft. Beim "Scalping" wird Anlegern das Fell über die Ohren gezogen. Börsenbrief-Autoren oder einflussreiche Investoren geben heiße Aktientipps, um den Kurs in die Höhe zu treiben. Dann verkaufen sie gewinnbringend die Aktien und bringen den Kurs zum Absturz. Die Anleger bleiben auf ihren Verlusten sitzen.

Stand: 21.09.2012, 13:21 Uhr

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