Anlegerschutz

Malte André Hartwieg

Das Versprechen von der hohen Rendite Offene Fragen bei Malte André Hartwieg

Stand: 11.03.2014, 14:51 Uhr

Investieren in den attraktiven Öl- und Gasmarkt in den USA oder in eine Gold- und Silberraffinerie in Abu Dhabi – die Welt des Münchener Unternehmers Malte André Hartwieg könnte so schön sein. Gäbe es da nicht immer mehr Klagen von Anlegern.

Die häufen sich zum Beispiel bei der Anwaltskanzlei für Bank- und Kapitalmarktrecht Seimetz & Kollegen. Es geht dabei um diverse geschlossene Fonds, die Hartwieg aufgelegt hat. Seit vergangenem Jahr würden Anleger, die eingestiegen seien, auf Geld warten, das ihnen in Aussicht gestellt worden sei, berichtet Anwalt Rainer Lenzen. Betroffen seien davon die Anleger der Fonds 11 und 16 mit Schwerpunkt USA des Anbieters New Capital Invest. Außerdem seien die Anleger der Fonds 4 und 5 von Selfmade Capital in Schreiben informiert worden, dass sich ihre Beteiligung nicht planmäßig entwickle, weil es Zahlungsausfälle gegeben habe.

Was aber wurde den Anlegern überhaupt versprochen? Wenn sie zum Beispiel mindestens 15.000 Euro über eine Laufzeit von 36 Monaten investieren, winkt ihnen eine Gewinnbeteiligung von durchschnittlich 14 Prozent. 12 Prozent sollen jährlich vorab ausgeschüttet werden. Zum Ende der Fondslaufzeit sollen das Eigenkapital zurückbezahlt und Gewinne ausgeschüttet werden. Diese Angaben stammen aus der Werbebroschüre zum New Capital Invest Fonds "USA 19 Öl & Gas".

Auf Seite eins - Ölförderanlagen im Sonnenuntergang und ein Cowboy-Hut mit Lasso. Wild-West-Romantik, doch von genauen Geo-Koordinaten keine Spur. Über den Fonds sollen sich Anleger am "attraktiven Öl- und Gasmarkt in den USA" beteiligen können. Geld soll, so ist pauschal zu lesen, "durch den Erwerb von Land- und Bohrrechten bzw. Rechten an bestehenden Öl- und Gasquellen" reinkommen.

NCI-Screenshot der Werbebroschüre

NCI-Screenshot der Werbebroschüre. | Bildquelle: NCI New Capital Invest Management GmbH

Kritik am unklaren Geschäftsmodell

Wie das konkret gehen soll, dazu gibt es allerdings Ungereimtheiten. Im Infoblatt ist zwar die Rede von einem Projekt in den Vereinigten Staaten. Dort habe man sich den Teil eines Fördergebiets gesichert, auf dem Bohrungen durchführen wolle. Nur: Im rechtsverbindlichen Verkaufsprospekt taucht dieses Projekt gar nicht mehr auf.

Die Fondsgesellschaft rechnet in dem Prospekt nur ganz allgemein vor, dass man vorrausichtlich 376 Barrel pro Tag fördern wolle, zu einem angenommenen Preis von 65 Dollar pro Barrel. "Daraus könnte man schließen, dass es bei diesem Fonds in erster Linie darum geht, gefördertes Öl zu verkaufen", sagt Tilman Welther vom "Fondstelegramm". An anderer Stelle werde aber in der Infobroschüre geschrieben, man wolle Ölquellen erschließen und weiterverkaufen. "Das sind zwei völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle", sagt dazu Welther. Letztlich wird für ihn nicht deutlich, wie hier nachhaltig Erlöse erzielt werden sollen.

"Der Investitionszweck ist weit definiert", räumt der Unternehmer Malte Hartwieg auf Anfrage von boerse.ARD.de ein. Aber nur deshalb, um eine möglichst hohe Rendite für den Fonds erreichen zu können.

Die Fondsgesellschaft schließt allerdings nicht einmal aus, dass Zahlungen an die Anleger womöglich gar nicht selbst erwirtschaftet sein könnten. "Auch besteht das Risiko, dass gegebenenfalls zeitweise erfolgende Zahlungen den Anschein von geschäftlichem Erfolg wecken könnten, während in Wirklichkeit lediglich Kapital zurückgezahlt werden würde", steht im Verkaufsprospekt wortwörtlich geschrieben.

Lesen Sie in Teil 2: Wer eine hohe Rendite will, muss ein hohes Risiko eingehen. Erfahren Sie mehr darüber, dass das Risiko nicht das einzige ist, das bei den Angeboten aus dem Hause Hartwieg hoch ist.

Darstellung: