Anlegerschutz

Partys bei S&K, Screenshot einer Bildergalerie aus dem Internetangebot des Bayerischen Rundfunks

Mega-Anklage gegen Immobilienhändler Mindestens 240 Millionen Euro Schaden im Fall S&K

Stand: 20.01.2015, 16:16 Uhr

Rauschende Feste, teure Sportwagen und Uhren: Die beiden Gründer der Immobiliengruppe S&K waren bekannt für ihren luxuriösen Lebensstil. Ihre Opfer sollen sie um mindestens 240 Millionen Euro gebracht haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Die Frankfurter Ermittler werfen Jonas K. und Stephan S. sowie fünf weiteren Beschuldigten schweren Betrug und schwere Untreue vor. "Diese 240 Millionen, die wir hier als Schaden haben, sind ja nur pars pro toto. Es ist sicherlich von einem viel größeren Gesamtschaden auszugehen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber bei der Präsentation in Frankfurt.

Die Angeklagten sollen laut Schreiber ein Schneeballsystem betrieben und so Anleger im Rahmen von Immobiliengeschäften um ihr Vermögen gebracht haben, um sich ihren aufwändigen Lebensstil zu finanzieren. Bei ihnen konnte die Staatsanwaltschaft Vermögensgegenstände im Wert von 55 Millionen Euro sicherstellen.

Von den Angeklagten bisher nichts als Schweigen

Razzia bei S&K in Frankfurt

Razzia bei S&K in Frankfurt. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Anklageschrift ist ein dicker Wälzer. Sie umfasst ganze 3.150 Seiten. Nun ist es Sache des Landgerichts Frankfurt, über die Zulassung dieser Anklage zu entscheiden. Vor zwei Jahren hatten die Ermittler im Zuge einer spektakulären Großrazzia Durchsuchungen in ganz Deutschland durchgeführt.

Von rund 11.000 Betrugsopfern geht die Staatsanwaltschaft aus und von etlichen weiteren Geschädigten, deren Fondsverwalter in Untreue bei S&K riskante Anlagen gekauft haben sollen. Offenbar gaben viele Anleger ihre Lebensversicherungen auf, um bei der Immobiliengruppe einzusteigen. Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 140 Verdächtige, darunter Gutachter, Notare, Anwälte und Steuerberater.

Die Angeklagten schweigen weiter beharrlich. Seit zwei Jahren sitzen die Firmengründer Jonas K. und Stephan S. in Untersuchungshaft. Ein Fluchtversuch, bei dem S. 2013 bei einem Gerichtstermin aus dem Fenster im ersten Stock sprang, scheiterte.

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