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Hauptversammlungen

Siemens-Aktionäre auf dem Weg zur Hauptversammlung in München

Präsenz auf 55 Prozent gestiegen

Mehr Aktionäre auf Hauptversammlungen

Stand: 10.12.2014, 14:57 Uhr

In Deutschland ist die Präsenz der Aktionäre auf Hauptversammlungen in diesem Jahr wieder deutlich gestiegen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bleibt sie aber niedrig.

Die gestiegenen Aktienkurse und Dividenden lockten 2014 hierzulande wieder mehr Aktionäre auf die Hauptversammlungen. Wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Mittwoch mitteilte, erhöhte sich die Präsenz auf 55 Prozent. Damit konnte der Rückgang im Vorjahr wieder aufgeholt werden, freute sich Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der DSW.

Rückgang gestoppt

2013 war die Präsenz auf deutschen Hauptversammlungen auf 50 Prozent gesunken aufgrund eines Urteils des Oberlandesgerichts Köln zu Namensaktien. Demnach sollte auch ein im Aktienregister eingetragener "Legitimationsaktionär" den Meldepflichten des Wertpapierhandelsgesetzes unterliegen. Dies führte vor allem bei ausländischen Aktionären zu Verunsicherung. Sie fürchteten, dass sie über ihre Aktien nicht so frei verfügen könnten wie üblich.

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ARD-Börse: Aktionärsdemokratie - Trends aus Hauptversammlungen

Diese Befürchtungen erwiesen sich laut Experten als unbegründet. Folglich normalisierten sich die Präsenz-Zahlen auf den Hauptversammlungen in diesem Jahr wieder. Zudem schuf der Gesetzgeber mehr Klarheit. Der Paragraph 22 des Wertpapierhandelsgesetzes wurde im Rahmen des vorgesehenen Kleinanlegerschutz-Gesetzes neu geregelt. "Künftig werden für die Beurteilung der Mitteilungspflicht allein die Stimmrechte aus den Aktien ausschlaggebend sein, die dem Meldepflichtigen tatsächlich gehören", erklärt Aktionärsschützerin Benner-Heinacher.

Nachholbedarf gegenüber anderen EU-Ländern

Trotz des Zuwachses bleibt die Präsenz auf deutschen Hauptversammlungen im Vergleich zu anderen EU-Ländern unterdurchschnittlich. Europaweit liegt die durchschnittliche Präsenz bei 64 Prozent des Grundkapitals. Die höchste Quote hat Großbritannien mit 70 Prozent, gefolgt von Schweden und Spanien mit je 69 Prozent. Selbst im zentralistischen Frankreich, wo die Aktionäre mitunter eine weite Anfahrt haben, ist die Präsenz mit 66 Prozent höher.

HV-Präsenzen 2013 und 2014 im Vergleich

HV-Präsenzen 2013 und 2014 im Vergleich. | Bildquelle: ECGS, Grafik: boerse.ARD.de

Brüssel drängt auf Abstimmung über Vorstandsvergütung

Ein wichtiges Thema in Europa ist zurzeit die "Say on Pay"-Regel. Die EU-Kommission will europaweit diese Regel bindend einführen. Aktionäre sollen dann über die Vergütung des Vorstands abstimmen dürfen. In Deutschland ist dies bisher Sache des Aufsichtsrats.

In Frankreich gilt die "Say on Pay" Regel schon. Dennoch blieb eine Revolution aus. Die durchschnittliche Zustimmung für Vorstandsgehälter lag bei 92 Prozent.

In der Schweiz soll es ab 2015 eine verbindliche und getrennte Abstimmung über die Gesamtvergütung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung geben. In einer Volksabstimmung hatten sich die Eidgenossen für eine Deckelung der Managerlöhne ausgesprochen.

nb

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