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Anlegerschutz

Malte André Hartwieg

Anleger warten auf fällige Zahlungen

Malte Hartwieg im Fokus der Ermittler

Stand: 04.08.2014, 14:06 Uhr

Schon lange gibt es Ungereimtheiten bei den Fonds, die der Münchener Unternehmer Malte Hartwieg auflegt. Viele Anleger warten auf längst fällige Zahlungen. Nun ermittelt in dem Fall auch die Staatsanwaltschaft München.

In ihrer aktuellen Ausgabe berichtet die "Wirtschaftswoche", dass die Staatsanwaltschaft München, nachdem dort seit Ende des vergangenen Jahres mehrere Strafanzeigen unter anderem gegen Malte René Hartwieg eingegangen seien, ihre monatelangen Vorprüfungen nun abgeschlossen habe. Man habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Thomas Steinkraus-Koch auf Anfrage von boerse.ARD.de. Unter anderem bestehe der Verdacht des Kapitalanlagebetrugs. Der richte sich gegen Hartwieg und weitere Personen. Aus ermittlungstaktischen Gründen will die Staatsanwaltschaft derzeit keine weiteren Angaben machen.

Es sei zu Durchsuchungen gekommen, gab Hartwiegs Anwalt Werner Klumpe gegenüber der "Wirtschaftswoche" bekannt. Untersuchungen habe es in Hartwiegs Privaträumen und verschiedenen Firmensitzen gegeben, und zwar Mitte Juli.

Fehlende Auszahlungen in Millionenhöhe

Dabei geht es nach Informationen des Wirtschaftsmagazins zum Einen um das Online-Vertriebsunternehmen Dima24.de. Das hatte der Münchener Unternehmer selbst gegründet und darüber eigene und andere Fondsbeteiligungen vermittelt, sich aber im April 2014 komplett zurückgezogen. Außerdem sind nach Angaben der "Wirtschaftswoche" vier Emissionshäuser für geschlossene Fonds und andere Produkte des grauen Kapitalmarkts wie etwa Genussrechte betroffen, nämlich Selfmade Capital, New Capital Invest, Panthera Asset Management und Euro Grundinvest.

Allein die Online-Vertriebsplattform Dima24.de betreut nach Aussagen auf der eigenen Webseite ein Anlagevermögen von 2,3 Milliarden Euro. Sie hat Geldanlagen an über 200.000 Anleger vermittelt. In der "Welt am Sonntag" hieß es im April, rund 500 Anleger bereiteten Klagen gegen den Münchener Finanzmanager Hartwieg und seine Firmen vor. Sie warteten auf versprochene Auszahlungen in Millionenhöhe, konkret gehe es um eine Summe von bis zu 200 Millionen Euro.

Ungereimtheiten bei mehreren Fonds

Wie boerse.ARD.de im März ausführlich berichtete, war es bei mehreren Fonds, darunter Emirates 1 bis 7 und New Capital 11, 16 und 19, zu Zahlungsverzögerungen gekommen. Darüber sollten Anleger zum Beispiel in den Öl- und Gasmarkt in den USA und in eine Gold- und Silberraffinerie in Dubai investieren. Dabei wurden ihnen üppige Renditen im zweistelligen Bereich versprochen. Anfang des Jahres hatte das Finanzmagazin "Procontra" in diesem Zusammenhang bereits auf Ungereimtheiten hingewiesen.

Rechtsanwalt Klumpe hob hervor, dass Herr Hartwieg sich nach wie vor, mit zurzeit deutlich begrenzten Möglichkeiten, bemühe, im Interesse der Investments und letztendlich der Anleger tätig zu sein. Alle Vorwürfe gegen sich hatte der Münchener Unternehmer auf Anfrage von boerse.ARD.de im März von sich gewiesen. Er hatte in dem Zusammenhang auf den Investmentmanager Christian Kruppa verwiesen, mit dem er vorher eng zusammengearbeitet hatte.

um

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