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Anlegerschutz

Malte André Hartwieg

Anlageskandal

Malte Hartwieg droht Klagewelle

Stand: 13.04.2014, 19:17 Uhr

Hunderte deutsche Sparer, die dem Münchner Finanzmakler Malte André Hartwieg über zwei Milliarden Euro anvertraut haben, bangen um ihr Geld. Laut einem Medienbericht bereiten rund 500 Anleger Klagen gegen Hartwieg oder seine Firmen vor. boerse.ARD.de hatte bereits über den Fall berichtet.

Wie die "Welt am Sonntag" schreibt, warten Hunderte Kleinsparer seit Monaten auf versprochene Auszahlungen in Millionenhöhe. Es gehe um bis zu 200 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft München prüfe, ob Hartwieg womoglich Anleger betrogen und über Risiken nicht ausreichend aufgeklärt habe, schreibt die Zeitung.

"Ausschüttungen stocken"

Hartwiegs Anwalt, Werner Klumpe von der Kölner Kanzlei Klumpe, bestätigte gegenüber der "Welt am Sonntag" Probleme bei der Auszahlung. Bei zehn Fonds - Emirates 1 bis 7 und New Capital Invest 11, 16 und 19 - gebe es "ein Stocken der Ausschüttung". Schuld an den Zahlungsverzögerungen sei aber nicht Hartwieg, sondern einer seiner Geschäftspartner.

Für die Investitionen in Dubai und den USA sei Christian Kruppa verantwortlich. Er solle aufklären, wo das Geld geblieben sei und noch nicht investierte Gelder sofort herausgeben. Kruppa indes habe mitgeteilt, dass die Investitionen zurzeit keine Ergebnisse erzielten, die liquide Ausschüttungen zulassen. "Man kann das so deuten, dass zwei Compagnons im Clinch liegen", folgert die "Welt am Sonntag". Einige Anleger und Insider würden aber vermuten, dass beide unter einer Decke stecken. Hartwiegs Anwalt bestreit dies.

Traum-Renditen von bis zu 17 Prozent

Hartwieg betreibt unter anderem das Finanzportal Dima24.de und verwaltet nach eigener Aussage 2,3 Milliarden Euro Anleger-Gelder über geschlossene Fonds. Mit Wildwest-Romantik und Bildern von reichen Scheichs wurde für Ölfonds, Biodiesel- und Goldraffinerie-Fonds geworben. Sie sollten Renditen von bis zu 17 Prozent abwerfen.

boerse.ARD.de hatte vor kurzem ebenfalls über den Fall Hartwieg recherchiert. Dabei stießen wir auf ein kompliziertes Firmengeflecht, das von der Firma Nitro Invest gesteuert wird. Rechtsanwalt Rainer Lenzen vermutet, dass durch diese "dubiose Firmenstruktur" Geldflüsse verschleiert würden.

nb

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