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Anlegerschutz

Youbisheng-Produktionsstätte in China

China-Unternehmen insolvent

Klappe zu bei Youbisheng?

Stand: 15.08.2014, 09:18 Uhr

Der Insolvenzantrag des chinesischen Kartonage-Herstellers am deutschen Aktienmarkt ist keine Überraschung mehr. Nach einer wahren Räuberpistole um den ehemaligen Vorstandschef schmiss vergangene Woche sein Nachfolger hin. Nun hat der Aufsichtsrat die Reißleine gezogen.

Wie das Unternehmen am Morgen mitteilte, wurde Christoph Niering zum Insolvenzverwalter bestellt. Er hat nun die Aufgabe, die Insolvenzmasse zu sichern und einen "strukturierten Verwertungsprozess" einzuleiten.

Das dürfte nach den Informationen, die es in den vergangenen Wochen zum Unternehmen gegeben hat, nicht leicht sein. Im Frühsommer wurde der Aufsichtsrat zunächst über die Abwesenheit des Vorstandschefs Haiming Huang informiert, der seitdem auch nicht wieder aufgetaucht ist. Dem seinerzeitigen Finanzchef David Tsui wurde zeitgleich der Zugang zum Firmengelände verweigert, Tsui legte sein Amt daraufhin nieder.

Neuer Versuch mit dem Bruder

Anfang August nun wurde der Bruder des Ex-Chefs, Haibo Huang, zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen. Er hatte sich laut Aufsichtsrat bereits "gemeinsam mit Herrn Lam Nan Lung, einem Unternehmer aus der Region, um das Tagesgeschäft der Youbisheng Green Paper AG gekümmert". Nur eine Woche später nahm auch dieser seinen Hut. Er sah sich "nicht in der Lage, den vom Aufsichtsrat an ihn gestellten Anforderungen gerecht zu werden", wie es in der Pflichtmitteilung Anfang August hieß.

Zukunft mehr als ungewiss

Schon vor einer Woche stand damit ein Insolvenzantrag im Raum. Der Aufsichtsrat wolle sich um den "Dialog mit der operativen Gesellschaft in China bemühen, um die aktuelle Situation aufzuklären". Dies dürfte nach den bisherigen Erfahrungen eine problematische Angelegenheit werden.

Die Aktie von Youbisheng, seint zu 6,50 im Jahr 2011 an der deutschen Börse gestartet, war längst zum Pennystock mutiert. Am Freitag verliert der Titel noch einmal rund ein Viertel auf 0,30 Euro.

Serie von "China-Krachern" am deutschen Aktienmarkt

Die vermeintliche Pleite von Youbisheng reiht sich ein in einer Reihe von Desastern mit chinesischen Aktien, die seit einigen Jahren den Weg an die Deutsche Börse suchen. Die Unternehmen konnten sich am deutschen Markt günstig finanzieren, die Anleger schauten nach anfänglich hoch fliegenden Hoffnungen in den allermeisten Fällen in die Röhre.

AB

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Geldvernichter made in China

Zum Gruseln

Youbisheng Green Paper: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 2 Jahre

Youbisheng Green Paper

2011 zu 6,50 gestartet, dümpelt die Youbisheng-Aktie bei Kursen unter 0,50 Euro herum. Der chinesische Kartonhersteller hat nach dem Verschwinden des Vorstandschefs und unklaren Zuständen im chinesischen Werk Insolvenzantrag gestellt. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, sein Firmenchef Haiming Huang sei seit Wochen verschollen. Und nicht genug damit - dem Finanzvorstand sei der Zutritt zum Firmengelände verwehrt worden. Das sind Zustände, die selbst für leidgeprüfte China-Aktionäre ein echter Hammer sind!
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