Seitenueberschrift

Mutmaßlicher Anlagebetrüger

Homm ist hinter Gittern

Stand: 10.03.2013, 12:09 Uhr

Für Deutschlands wohl bekanntesten Spekulanten und mutmaßlichen Anlagebetrüger, Florian Homm, ist die Flucht zu Ende. Doch nicht am anderen Ende der Welt, sondern im nahen Italien wurde der ehemalige Hedgefonds-Manager aufgespürt.

So sieht Homm inzwischen aus - geläutert und mit Rauschebart.

Florian Homm Bart ZDF Talkshow 784. | Quelle: picture-alliance/dpa

Der 53 Jahre alte Deutsche sei am Freitag in den Uffizien in Florenz festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Wochenende in Los Angeles mit. Dem Gründer des Fonds Absolute Capital Management Holdings Ltd. mit Sitz auf den Cayman-Inseln wird Anlagebetrug im großen Umfang vorgeworfen.

Der Hinweis, der zur Festnahme des Deutschen führte, kam aus den USA: Ein FBI-Beamter habe das US-Konsulat in Mailand informiert. Der 53-Jährige soll das Museum zusammen mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn besucht haben. Es wird erwartet, dass ihn die italienischen Behörden an die USA ausliefern.

Kunden um 200 Millionen Dollar geprellt

Homm soll seine Kunden um 200 Millionen Dollar geprellt haben. Im Jahr 2004 war der Großneffe des Versandhausgründers Josef Neckermann beim damals finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten BVB Borussia Dortmund mit mehr als 25 Prozent als Großaktionär eingestiegen.

2007 tauchte der Hedgefonds-Manager mit einem Millionenvermögen unter. Die US-Börsenaufsicht SEC verlangt von ihm rund 56 Millionen Dollar. Homm soll für Verluste von Investoren in Höhe von 200 Millionen Dollar verantwortlich sein. Die Geschädigten sollen in die von ihm gegründete Hedgefonds-Gesellschaft Absolute Capital Management investiert haben. In Los Angeles liegt eine Strafanzeige gegen ihn vor, ihm werden Verschwörung und Betrug vorgeworfen. Mit einem ausgefeilten Betrugssystem soll er den Wert von eigentlich wertlosen Aktien künstlich in die Höhe getrieben haben. Bei einer Verurteilung drohen ihm in den USA bis zu 75 Jahre Haft.

Talkgast im ZDF

Noch vergangene Woche diskutierte Homm in der Talkshow von Peter Hahne im ZDF. Das Studio konnte der ehemalige Hedgefonds-Manager anschließend offenbar unbehelligt verlassen.

Bereits im November vergangenen Jahres hatte sich Homm in einem Interview mit dem Hamburger Magazin "Stern" zurückgemeldet: "Gerüchte über meinen Tod sind etwas verfrüht." Homm beteuerte, sich nicht länger verstecken zu wollen. Er sei hier, um sich "den Problemen zu stellen".

Darstellung: