Anlagebetrug

Fantastische Höchststrafe Homm für 225 Jahre hinter Gitter?

Stand: 13.01.2014, 16:05 Uhr

Der mutmaßliche Millionenbetrüger und ehemalige Hedgefonds-Manager Florian Homm kann vermutlich in die USA ausgeliefert werden. Homm würde dort im Falle einer Verurteilung auf jeden Fall viel Zeit zum Nachdenken haben.

Das oberste italienische Berufungsgericht habe dem Ersuchen der Amerikaner stattgegeben, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Wie "stern.de" berichtet, will Homms Anwalt Mario Zanchetti nun vor den Europäischen Gerichtshof ziehen, um die Auslieferung noch zu verhindern. Die USA hätten in Sachen Homm "außergewöhnlichen Druck" gemacht, sagte der Mailänder Anwalt "stern.de."

Der 54-Jährige leidet dem Bericht zufolge an Multipler Sklerose. Das Gericht habe deshalb einen Gutachter hinzugezogen. Seiner Einschätzung nach befinde sich die Krankheit in einem leichten bis mittleren Stadium. Einer Inhaftierung stehe nichts im Wege.

Strafmaß made in USA

Die US-Börsenaufsicht SEC wirft Homm Wertpapierbetrug in großem Stil vor. Er soll Anleger um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt haben. Ihm drohe in den USA deshalb eine Haftstrafe von 225 Jahren, berichtet "stern.de". Ob es tatsächlich eine so lange Haftstrafe wird ist natürlich mehr als ungewiss. Der damals 71-Jährige Finanzjongleur Bernhard Madoff war im Jahr 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt worden.

Sollten die Vorwürfe der SEC zutreffen, hätte Homm sich im Vergleich zu Madoff aber mit Kleingeld abgegeben: Der auch als Philanthrop besonders in Erscheinung getretene, ähm, Finanzinvestor Madoff soll tausende Anleger  mit Hilfe eines Schneeballsystems um etwa 65 Milliarden Dollar betrogen haben. Zu den Opfern zählten auch Prominente wie der Filmregisseur Steven Spielberg.  

Florian Homm. | Montage: boerse.ARD.de; Quelle: picture-alliance/dpa, Colourbox

Lebendig statt abgelebt

Ob Homm über kriminelle Energie verfügt, werden US-Gerichte zu klären haben. Was er aber auf jeden hat, ist eine gewisse Begabung für spektakuläre Abgänge und Auftritte. Im Dezember 2012 meldete er sich überraschend zurück, nachdem er am 18. September 2007 gleichsam über Nacht verschwunden war.    

In einem Interview mit dem Hamburger Magazin "Stern" ließ Homm sich 2012 mit den Worten zitieren: "Gerüchte über meinen Tod sind etwas verfrüht." Homm beteuerte damals, sich nicht länger verstecken zu wollen. Er sei hier, um sich "den Problemen zu stellen". Die Gelegenheit hat er längst: Im März 2013 wurde Homm in Italien festgenommen.

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