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Produkt-Schauplatz Hess AG

Überhöhter Gewinn

Hess hat Bilanzen geschönt

Stand: 14.03.2013, 19:57 Uhr

Der insolvente Leuchtenhersteller Hess hat tatsächlich in den vergangenen beiden Jahren die Bilanzen manipuliert. Wie aus einem Untersuchungsbericht hervorgeht, wurden Umsatz und Gewinn zu hoch ausgewiesen.

Das Unternehmen aus dem Schwarzwald räumte am Donnerstagabend nach Xetra-Schluss Fehler in den Bilanzen der Jahre 2011 und 2012 ein. Ein vom Aufsichtsrat in Auftrag gegebene Untersuchungsbericht entdeckte fingierte Umsätze und Gewinne in Millionenhöhe. Demnach wurden im vergangenen Jahr der Umsatz um rund 15 Millionen Euro und der Gewinn um neun Millionen Euro zu hoch ausgewiesen. 2011 lagen der Gewinn um sechs Millionen Euro und der Umsatz um neun Millionen Euro über dem tatsächlichen Niveau.

Mindestens 15 Millionen Verlust 2012

Der Jahresabschluss für 2011 muss nun neu verfasst werden. Erst dann könne mit der Prüfung des Jahresabschlusses für 2012 begonnen werden. Hess erwartet nach derzeitigem Stand einen Jahresverlust von mindestens 15 Millionen Euro für 2012. Die Vorlage der Zahlen für das erste Quartal 2013 wird auf unbestimmte Zeit verschoben.

Angesichts der neuen Ergebnisse soll das bereits aufgelegte Restrukturierungsprogramm angepasst werden. Es wird im Laufe des nächsten Monats April vorgestellt. Hess plant, 50 Mitarbeiter zu entlassen.

Aktie weiter ausgesetzt

Nach dem Bilanz-Manipulationsskandal musste Hess Mitte Februar Insolvenzantrag stellen. Die beiden Vorstände Christoph Hess und Peter Ziegler waren im Januar gefeuert worden. Sie stehen im Verdacht, vor dem Börsengang im Oktober 2012 die Bilanzen manipuliert zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Die Aktie ist seit einigen Tagen vom Handel ausgesetzt. Seit Bekanntwerden des Skandals ist der Titel um gut 95 Prozent abgestürzt und nur noch 60 Cent wert. Der Hess-Flop droht Börsengänge anderer Mittelständler zu bremsen.

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