Teakholz-Stämme

Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug Green-Planet-Gründer in Untersuchungshaft

Stand: 11.04.2014, 16:32 Uhr

Viele Anleger haben über die Frankfurter Firma Green Planet vermeintlich in Teakholz investiert. Doch die Frankfurter Staatsanwaltschaft vermutet: Ein Großteil der Gelder ist bei den Plantagen in Costa Rica gar nicht angekommen.

Am Mittwoch haben die Ermittler in den Firmenräumen der Green Planet AG in der Gerbermühlstraße zwischen Frankfurt und Offenbach Daten und Unterlagen beschlagnahmt. Laut Staatsanwaltschaft gibt es einen Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug und in dem Zusammenhang drei Beschuldigte, deren Privaträume ebenfalls durchsucht wurden.

Dazu zählt Manfred W., der Firmengründer von Green Planet, ein Mitarbeiter und der Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft, hinter dem sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ein Strohmann verbergen könnte. Der Vorstand der Green Planet, Manfred W., sitzt nun in Untersuchungshaft.

In Teakholz investieren – das klingt nach einer ökologisch einwandfreien Geldanlage, und noch dazu einer lukrativen. Denn die Green Planet versprach eine Rendite von bis zu 13 Prozent pro Jahr und konnte damit zwischen 2009 und 2013 knapp 700 Anleger ködern.

Großteil der Gelder ist offenbar nicht angekommen

Die steckten ihr Geld in Setzlinge, die in 20 Jahren gefällt werden sollten. 4.000 Euro mussten sie jeweils mindestens investieren. So kamen insgesamt 15 Millionen Euro zusammen. "Aber ersten Erkenntnissen zufolge sollen davon nur knapp 21 Prozent, nämlich 3,7 Millionen Euro, in Plantagen in Costa Rica investiert worden sein", sagt Doris Möller-Scheu, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Der Löwenanteil soll in andere Kanäle geflossen sein. Zum Beispiel in die Green Planet AG, in Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die zur Green Planet AG gehören, und in die Thosa Vermögensverwaltung, deren Vorstand ebenfalls Manfred W., also der Firmengründer von Green Planet ist.

Steckt hinter all dem ein Schneeballsystem?

Letztendlich hegt die Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass hinter dem ganzen Firmen-Konstrukt ein Schneeballsystem stecke. Kunden, die ihre Gelder zurückverlangt hätten, seien vermutlich mit Geldern von Neukunden bezahlt worden.

Die angegebene Rendite von bis zu 13 Prozent pro Jahr sei utopisch, meint Möller-Scheu. Denn unter anderem habe die Firma zwar angegeben, dass nur 50 Prozent aller Bäume nach 20 Jahren ausgeforstet werden können. Auf dieser Grundlage sei die versprochene Rendite aber gar nicht zu erzielen. Zudem sei auch der zugrunde gelegte Marktpreis nicht zutreffend.

Und dann gibt es noch ein Problem. Die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft erklärt: "Green Planet hat verschwiegen, dass die Anleger gar keine Setzlinge in Costa Rica erwerben können, weil der eigentliche Eigentümer ein mit der Green Planet AG wirtschaftlich verbundenes Unternehmen in Costa Rica ist."

Die Firma Green Planet AG war bisher für ein Statement nicht zu erreichen.

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