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Anlegerschutz

Teakholz-Stämme

Es droht der Totalverlust

Für Green-Planet-Anleger ist Eile geboten

Stand: 01.10.2014, 15:58 Uhr

In Teakholz investieren und damit Geld verdienen. Das hatte die Frankfurter Firma Green Planet ihren Anlegern schmackhaft gemacht. Mittlerweile hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet und es tickt die Uhr. Anleger müssen ihre Ansprüche rechtzeitig anmelden.

Dafür haben Anleger, die ihr Geld der insolventen Green Planet AG anvertraut haben, noch knapp eine Woche Zeit. Am 7. Oktober läuft die Frist ab, bis zu der sie ihre Forderungen anmelden können. Ansonsten bleiben ihre Ansprüche unberücksichtigt.

"Wir gehen davon aus, dass sich etliche Investoren noch nicht gemeldet haben", sagt der Frankfurter Rechtsanwalt Klaus Nieding. Verwunderlich ist das in seinen Augen nicht. Denn die Dokumentation in dem Unternehmen sei so schlecht, dass der Insolvenzverwalter gar nicht alle Anleger kenne.

Traumhafte Renditen im zweistelligen Bereich

Insgesamt 15 Millionen Euro haben vor allem Privatanleger der Green Planet AG anvertraut. Mit dem ökologischen Anbau und Verkauf von Teakholz und Naturkautschuk hat das Unternehmen geworben. Das Geld soll in Plantagen in Costa Rica geflossen sein. Den Anlegern hatte Green Planet dafür eine Rendite von bis zu 13 Prozent versprochen.

Nun ist das Unternehmen insolvent. Im September wurde das Verfahren eröffnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Miguel Grosser bestellt worden. Am 18. November findet die erste Gläubigerversammlung in Frankfurt statt. "Auf dieser Versammlung sollen die Weichen für das weitere Vorgehen gestellt werden", erklärt Nieding und rät den Anlegern: "Da ist die Teilnahme oder das Bevollmächtigen eines geeigneten Vertreters Pflicht."

Staatsanwaltschaft hegt erhebliche Zweifel

Währenddessen ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen die Verantwortlichen der Green Planet AG wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug. Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Doris Möller-Scheu auf Nachfrage. Bereits im April hatte die Staatsanwaltschaft erhebliche Zweifel am Geschäftsmodell und den Renditeversprechen der Frankfurter Firma geäußert. Ein Großteil der Gelder sei bei den Plantagen in Costa Rica gar nicht angekommen, hieß es.

Ermittler hatten die Firmenräume der Green Planet AG in der Gerbermühlstraße zwischen Frankfurt und Offenbach durchsucht und Daten sowie Unterlagen beschlagnahmt. Auch die Privaträume der drei Beschuldigten wurden durchsucht. Dazu zählt Manfred W., der Firmengründer von Green Planet, ein Mitarbeiter und der Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft, hinter dem sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ein Strohmann verbergen könnte.

Letztendlich hegt die Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass sich hinter Green Planet ein Schneeballsystem verbirgt. Kunden, die ihre Gelder zurückverlangt hätten, seien vermutlich mit Geldern von Neukunden bezahlt worden.

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