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Anlegerschutz

1,9 Millionen für Aktienempfehlung

Frick legt erstes Geständnis ab

Stand: 05.11.2013, 15:00 Uhr

Der ehemalige Börsen-"Experte" Markus Frick hat ein Teilgeständnis abgelegt. Für die Empfehlung eines französischen Shopping-Portals in einem Börsenbrief hat er kräftig abkassiert.

Audi R8-Sportwagen mit dem Kennzeichen

Audi R8-Sportwagen mit dem Kennzeichen "FRI - CK 50". | Quelle: picture-alliance/dpa

1,9 Millionen Euro in bar habe er erhalten, weil er die Aktie eines Internet-Versands empfohlen habe. Das hat Markus Frick am zweiten Verhandlungstag vor dem Frankfurter Landgericht zugegeben. Damit scheint sich der Vorwurf der Kursmanipulation zu bestätigen, der von den Ermittlern im Fall Frick erhoben wird.

Noch ist allerdings womöglich noch nicht die ganze Wahrheit ans Licht gekommen, denn Frick beteuert, nur in dem einen Fall Geld angenommen zu haben und das auch nur, weil er 2012 unter "starkem finanziellen Druck" gestanden habe. Ihm seien schon häufig hohe Beträge angeboten worden, die er aber stets ausgeschlagen habe.

Bandenmäßiger Betrug?

Frick ist bereits wegen Kursmanipulation vorbestraft und sitzt seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Auch im aktuellen Fall geht es um Machenschaften, bei denen Kurse zumeist kleiner Unternehmen durch Empfehlungen nach oben gehievt wurden. Laut Anklage sollen Hintermänner dabei gezielt die Aktien gekauft haben, um sie nach der entsprechenden Empfehlung mit Gewinn wieder verkaufen zu können.

Markus Frick. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Ankläger haben einen Schaden von 625.000 Euro für drei Aktientipps in 90 Fällen ermittelt. Den Vorwurf des "bandenmäßigen Betrugs" wies Frick in seiner vorbereiteten Erkärung am Dienstag von sich. Von den erhaltenen 1,9 Millionen Euro will er 660.000 Euro an Geschäftspartner weitergeleitet haben, die verbliebenen 1,24 Millionen Euro könne er dem Gericht übergeben.

Haftstrafe zu erwarten

Im ersten Prozess wegen Kursmanipulation vor zwei Jahren hatte Frick eine Bewährungsstrafe erhalten. Als Wiederholungs-Täter könnte es im Falle einer neuerlichen Verurteilung für den umtriebigen Frick, der es auch als Buchautor und TV-Börsenexperte zu zweifelhaftem Ruhm gebracht hatte, auf eine Haftstrafe hinauslaufen. Das Frankfurter Landgericht hat zehn Verhandlungstage angesetzt.

AB

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