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Marktmanipulation

Markus Frick am 25.2.2014 im Landgericht Frankfurt

Zwei Jahre und sieben Monate

Ex-Börsenguru Markus Frick verurteilt

Stand: 25.02.2014, 11:30 Uhr

Der frühere TV-Moderator und Buchautor ist vor dem Landgericht Frankfurt wegen vorsätzlicher Marktmanipulation zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden. Es ist bereits das zweite Mal, dass er auf der Anklagebank saß. Betrug konnte ihm auch dieses Mal nicht nachgewiesen werden.

Wie hoch der gesamte Schaden für die Anleger ist, darüber gibt es nur Spekulationen. Von fünf Millionen Euro war bereits die Rede. Die Masche, die Markus Frick und seine Hintermänner eingefädelt hatten, lief so: Der heute 41-Jährige gab über seinen E-Mail-Börsenbrief Anlagetipps. Den Kunden wurde vorgegaukelt, die Aktien von LetsBuyIt, Autev und Venatus Interactive seien unterbewertet.

Die Titel wurden dann von seinen Hintermännern zu überhöhten Preisen an die Anleger verkauft. Im fraglichen Zeitraum sind die drei Aktien in einem Volumen von rund 21 Millionen Euro an der Börse gehandelt worden. Rund 30 Geschädigte sollen den Ermittlungen zufolge zusammen rund 625.000 Euro verloren haben. Für seine Dienste hat Frick 1,9 Millionen Euro erhalten.

Schadenersatz für geprellte Anleger

Laut Frankfurter Landgericht hat Frick seinen Anteil am illegalen Gewinn von 1,24 Millionen Euro auf ein Treuhänderkonto in Berlin eingezahlt. Wenn geprellte Anleger einen rechtskräftigen Titel erwirkt haben, können sie Schadensersatz beantragen. Darüber hinaus fließen 660.000 Euro aus Fricks Vermögen an die Staatskasse.

Wiederholungstäter

Im Vergleich zum ersten Prozess gegen Frick ging es jetzt vor dem Landgericht Frankfurt nur um kleine Beträge. 2011 hat ihn das Berliner Landgericht wegen strafbarer Aktienempfehlungen zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Sinsheimer hatte zwischen September 2005 und Juni 2007 in seinen Börsenbriefen Aktien empfohlen, ohne seine eigenen wirtschaftlichen Interessen an der Kursentwicklung dieser Wertpapiere offenzulegen. Über eine mauritische Treuhandgesellschaft hatte er selbst eine größere Anzahl der beworbenen Aktien gehalten und sie gewinnbringend verkauft.

Wiedergutmachung in Millionenhöhe

Damals hatte das Gericht 42 Millionen Euro aus dem Vermögen der Treuhandgesellschaft, bei der Frick Aktienpakete besaß, zugunsten der Staatskasse für verfallen erklärt. Rund 20.000 Kleinanleger waren den Empfehlungen Fricks gefolgt und hatten Aktien vermeintlich erfolgversprechender Energieunternehmen im Wert von 760 Millionen Euro erworben. Weil sich der Ex-Börsenguru damals reumütig zeigte, Wiedergutmachung in Millionenhöhe leistete und keine Vorstrafen hatte, wurde das Berliner Urteil auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Widerruf mit Folgen

Die spannende Frage ist jetzt: Widerruft das Landgericht Berlin die Bewährung auf die Haftstrafe aus dem Jahr 2011? Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit der Fall sein, denn Frick hat innerhalb der auf drei Jahre festgesetzten Bewährungsfrist erneut eine gleichgelagerte Straftat begangen. Dann kämen zu den zwei Jahren und sieben Monaten noch einmal 21 Monate dazu. Entscheiden werden das die Berliner Richter aber erst, wenn das aktuelle Urteil aus Frankfurt rechtskräftig ist. Solange wird der 41-Jährige auch auf freiem Fuß bleiben - nach 14 Monaten Untersuchungshaft. Allerdings unter Auflagen: Er muss sich einmal pro Woche bei der Polizei melden und hat Pass und Personalausweis abgegeben.

Die Mär vom schnellen Geld

Mit 14 hat Markus Frick seine erste Aktie gekauft, mit 26 hatte er die erste Million auf dem Konto. Die Geschichte vom Bäckermeister aus Sinsheim hat viele Anleger fasziniert. Sie wollten so erfolgreich sein wie er, hingen an seinen Lippen. Zum Beispiel wenn er "Make money - Die Markus Frick Show" im Privatsender N24 präsentierte. Wenn er den rund 3.000 Abonnenten seines Börsenbriefs "Deutscher Aktiendienst" Ratschläge gab. Oder wenn mit seinen Büchern "Ich mach Sie reich!" und "So macht Geld glücklich" das Bild vom schnellen, einfachen Reichtum entworfen wurde. Viele wollten es dem gefeierten "Börsenguru" gleichtun. Sie haben ihr Geld verloren. Frick seine Freiheit.

as

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