Anlegerschutz

SdK-Schwarzbuch Börse

Schwarzbuch Börse der SdK Die größten Skandale des Jahres

Stand: 19.12.2016, 14:42 Uhr

Es ist traurige Tradition: Alle Jahre wieder listet das Schwarzbuch Börse die Skandale, Missstände und Pleiten am Kapitalmarkt auf. Darin stellen die Aktionärsschützer mehrere Firmen an den Pranger, die Anleger um ihr Geld brachten.

Auf 32 Seiten stellt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) die Schattenseiten des Börsenjahres 2016 vor. Im Mittelpunkt stehen Unternehmen, die mit Gewinnwarnungen, dubiosen Bilanztricks oder Machtkämpfen Anleger geschädigt haben.

Pleitewelle bei Mittelstandsanleihen

Besonders skandalös finden die Anleger die Entwicklung bei deutschen Mittelstandsanleihen. "Die Pleiten bei Mittelstandsanleihen stellten alle weiteren Einzelfälle des Börsenjahres 2016 in den Schatten", sagt Daniel Bauer, Vorsitzender der SdK. Mit German Pellets, KTG Agrar, Steilmann, Rudolf Wöhrl und Laurèl gingen mehrere namhafte Emittenten insolvent. "Hunderte von Millionen Euro lösten sich in Nichts auf."

Nach Ansicht von SdK-Chef Bauer wird es noch schlimmer kommen. Die Aktionärsschützer rechnen mit einer Ausfallquote von rund 75 Prozent im Mittelstandsanleihen-Segment.

Bruchlandung auch mit Aktien

Nicht nur mit Mittelstandsanleihen, sondern auch mit Aktien erlitten Anleger hohe Verluste. Das Schwarzbuch Börse stellt gut zwei Dutzend börsennotierte Firmen vor, die durch zweifelhafte Geschäftspraktiken, Missmanagement oder Betrug Millionenvermögen vernichtet haben. Die Liste reicht von Manz, Bastei-Lübbe, R.Stahl bis hin zu Intertainment.

nb

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Die Geldvernichter an der Börse Von Alno bis R.Stahl

Alno: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Alno

In "Teufels Küche" steckt seit Jahren die Alno AG. Die Aktien des Küchenherstellers haben eine wilde Berg- und Talfahrt hingelegt. Seit 2010 geht es nur noch abwärts. Der Kurs ist allein 2016 um ein Drittel abgestürzt und erreichte mit 39 Cent ein neues Allzeittief. Alno hat desaströse Halbjahreszahlen vorgelegt. Der operative Verlust (Ebit) weitete sich auf 21 Millionen Euro aus. Die Verschuldung stieg auf 155,6 Millionen Euro. Nun wollen der neue Großaktionär Tahoe Investments und die Brillant 1953 GmbH den Alno-Aktionären eine Übernahmeofferte unterbreiten. Nach dem Trauerspiel um die Aktie könnte es für die Aktionäre zu "einem Ende mit Schrecken", kommen, mutmaßt die SdK im "Schwarzbuch Börse".

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