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Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)

von Ursula Mayer

Stand: 07.06.2012, 15:30 Uhr

Screenshot der DSW - Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V.

DSW Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e. V.. | Bildquelle: Unternehmen

Eine Hauptversammlung ohne Berufskritiker der DSW - unvorstellbar. Sie legen bei Unternehmen gern den Finger in Finanzwunden. Das Ziel der Schutzvereinigung ist die faire Behandlung des Privatanlegers gegenüber Unternehmen und Banken, betont Jürgen Kurz, der Pressesprecher der DSW. Und dafür ziehen die Aktionärsschützer notfalls in den Kreuzzug und klagen stellvertretend für ihre Schützlinge.

Außerdem betreiben die Vertreter der DSW Lobby-Arbeit und schreiben zum Beispiel Stellungnahmen zu Gesetzesvorlagen. Zu fast allen Anlegerthemen haben sie eine Meinung, ob es sich nun um kriselnde Immobilienfonds, Personalentscheidungen oder Aktienrückkaufe handelt. Und meist äußern sie sich kritisch, im Auftrag ihrer 25.000 Mitglieder.

Bei der DSW gibt es viele Juristen...

Damit ist die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hierzulande die größte Interessenvertretung der Privatanleger auf dem Kapitalmarkt. Gegründet wurde sie 1947 in Düsseldorf. Die DSW kämpft für die Interessen "des kleinen Mannes". Doch wer sitzt dort eigentlich im Vorstand? Hauptgeschäftsführer ist Marc Tüngler, ein studierter Jurist.

Davon beschäftigt die DSW etliche. Haupt- wie ehrenamtlich. Für den Landesverband Hessen ist zum Beispiel Klaus Nieding verantwortlich. In den Medien gemeinhin bekannt und viel zitiert als "Anlegerschützer". Auch seine eigene Frankfurter Anwaltskanzlei hat sich auf die Rechte der Anleger spezialisiert.

"Von ihrer oft ehrenamtlichen Tätigkeit können Anlegerschützer häufig auch beruflich profitieren", stellt Rüdiger von Rosen vom Deutschen Aktieninstitut fest. Aber schließlich verfügten solche Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht auch über eine enorme Expertise und seien deshalb ein wichtiges Korrektiv für den Kapitalmarkt.

Ein zweischneidiges Schwert, das räumt auch DSW-Sprecher Kurz ein. Aber man sei auf diesen kostenlosen Informationsfluss angewiesen. Denn der Verband bekomme keine staatliche Förderung, sondern nur Geld von seinen Mitgliedern.

... und Vertreter aus der Wirtschaftswelt

Bei der DSW kann man darüber hinaus auch großen Sachverstand aus der Wirtschaftswelt finden. Bei allen zentralen Entscheidungen wird das Präsidium mit einbezogen. Dort sitzt unter anderem Großinvestor Roland Oetker. Zudem steht noch ein Kuratorium beratend zur Seite. Dazu zählen zum Beispiel der ehemalige Finanzvorstand der Deutschen Telekom, Karl-Gerhard Eick und das ehemalige Vorstandsmitglied von Eon, Erhard Schipporeit.

Dadurch bestehe immer auch die Gefahr eines Interessenkonflikts, erklärt von Rosen: "Aber man kann Missbrauch ausschließen, weil ein bekannt gewordenes Fehlverhalten für die Organisation einen großen Reputationsschaden bedeuten würde."

DSW-Sprecher Kurz ergänzt: "Sowohl von den Mitgliedern als auch von den Aktionären in der Hauptversammlung wird die DSW kontrolliert." Und wenn ein Vertreter der Schutzorganisation ein Problem nicht ansprechen würde, dann würden sich die Aktionäre beklagen. Auf deren Vertrauen sei die DSW aber auf jeden Fall angewiesen.

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