Was macht eigentlich...?

Hände in Handschellen halten Euroscheine

Der eine sitzt, der andere nicht Die Ex-Finanzbetrüger und ihr heutiges Business

von Claudia Wiggenbröker

Stand: 29.10.2015, 14:25 Uhr

Manch einer sitzt erneut auf der Anklagebank, der andere ist noch gar nicht aus dem Gefängnis raus. Und der nächste schlachtet seinen Ruf noch immer aus.

Markus Frick backt nun kleinere Brötchen

"Ich mache Sie reich" - so einst das vollmundige Versprechen des selbsternannten Börsengurus Markus Frick. Reich machte er allerdings nur sich selbst, indem er wertlose Aktien in die Höhe jubelte und so Kurse manipulierte.

Der heute 43-Jährige war einst als TV-Moderator in seiner eigenen Show "Make Money" beim Nachrichtensender N24 aktiv. Er gab auch einen Email-Börsenbrief heraus, über den er Anlagetipps unter das Volk brachte. Seine Zuschauer sollten in angeblich unterbewertete Aktien investieren.

Ebenso wurde ihm vorgeworfen, viele der von ihm angepriesenen Papiere selbst besessen zu haben. Er habe sie zu einem Spottpreis erstanden - und verkaufe sie über Hintermänner zu überhöhten Kursen, als seine Anhänger den Empfehlungen folgten. Der gelernte Bäcker soll 1,9 Millionen Euro ergaunert haben. Schon für seinen Email-Service kassierte Frick ordentlich: 890 Euro im Jahr kostete das Abo. Auch mit SMS-Empfehlungen und Seminaren machte der Börsenmann Geld.

Sein Geschäftsmodell, auch "Scalping" genannt, war keineswegs Fricks Erfindung, sondern spätestens zu Neuer-Markt-Zeiten geübte Praxis. Nur hatten die Behörden in den 2000ern dazugelernt.

Markus Frick am 25.2.2014 im Landgericht Frankfurt

Markus Frick im Landgericht Frankfurt. | Quelle: picture-alliance/dpa

Der gelernte Bäcker erreicht "einfache" Leute

Wieso Frick so erfolgreich war? Er erreichte die "einfachen" Leute. Nicht die promovierten Volkswirte, nicht die Banker - sondern Angestellte und Arbeiter. Denn Frick selbst ist ein Mann des soliden Handwerks: Er lernte in der Bäckerei seiner Eltern.

In einer Talkshow verriet Frick: "Ich habe schon seit meinem 12. Lebensjahr gearbeitet, sehr hart gearbeitet. Und auch viel Disziplin gehabt, um meine Ziele zu erreichen."

Fricks Kartenhaus brach zusammen, als geprellte Anleger 2007 ihrer Wut Luft machten: Die Kurse von drei Unternehmen, die Frick empfohlen hatte, waren abgestürzt. Die Betrogenen beschwerten sich über die Internetseite des Senders N24. Der setzte die Show "Make Money" daraufhin ab.

Die Bücher liegen auf der Straße

Die Finanzaufsicht BaFin leitete Ermittlungen gegen den Show-Mann ein, das Berliner Landgericht ebenso. Als letzteres Frick anklagte, zeigte sich der gebürtige Sinsheimer voll Reue, versprach Wiedergutmachung und war geständig.

2011 wurde er dann zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. 2014 verhängte das Frankfurter Landgericht eine weitere Strafe - zwei Jahre und sieben Monate Gefängnis für Frick.

Derzeit muss er befürchten, dass das Berliner Landgericht sein Urteil von 2011 widerruft. Schließlich ist Frick während der Bewährungsfrist erneut straffällig geworden.

Seine Bücher wie "Das Geld liegt auf der Straße" kann man mittlerweile für einen Cent erwerben.

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