Vorsorge

Rentner-Figur sitzt auf einem Münzstapel

Flexi-Rente Rendite per Rente?

Stand: 19.09.2016, 14:15 Uhr

Die gesetzliche Rente ist derzeit in einem Imagewandel begriffen. Im Niedrigzins-Umfeld avanciert die staatliche Vorsorge zu einer ernsthaften Konkurrenz etwa zu Lebensversicherungen. Umso mehr, wenn man sie dank neuer Regelungen noch "tunt".

Bis zu drei Prozent jährlicher Rendite - wo gibt es das derzeit noch? Bei Vater Staat, wie einige Finanzmathematiker herausgefunden haben. So hoch rentiert derzeit der investierte Euro in die gesetzliche Rente nämlich nach Expertenschätzungen.

Und bereits seit Jahren besteht außerdem die Möglichkeit, durch freiwillige Beiträge entweder die Rentenansprüche zu erhöhen oder die "Rentenlücke" auszugleichen, die entsteht, wenn ein Arbeitnehmer früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden will.

Mehr einzahlen macht die Rente flott

Das nun verabschiedete Gesetz zur Flexi-Rente zielt neben der Begünstigung von Teilzeitjobs neben dem Rentenbezug auch darauf, solche Rendite-Überlegungen der zukünftigen Rentner zu unterstützen. Nach der neuen Regelung können nennenswerte freiwillige Einzahlungen in die Rentenkasse über den Pfichtbeitrag hinaus bereits ab dem 50. Lebensjahr geleistet werden. Bislang war dies erst ab 55 möglich.

Dabei sind sowohl monatliche Beiträge als auch Einmal-Zahlungen möglich. Wer zum Beispiel nicht mit 66 Jahren (dem vorgesehenen Renteneintritt eines heute 60jährigen) seine Rente antreten möchte, sondern bereits mit 63, dem drohen im Normalfall Abschläge von fast elf Prozent (0,3 Prozent je Monat vorgezogene Rente). Bei einer Bruttorente von 1.200 Euro wären dies 130 Euro monatlich weniger Rente.

Rente schlägt Versicherung

Um diese Wenigerversorgung auszugleichen, kann der Versicherte aber entweder - ab sofort ab 50 Jahren - über einen längeren Zeitraum freiwillige Zusatzzahlungen leisten oder aber mit einer Einmalzahlung seine Rentenansprüche auf das ursprüngliche Niveau anheben. In der Beispielrechnung müsste er dazu rund 32.000 Euro einmalig einzahlen, um die Abschläge von 130 Euro monatlich wieder wettzumachen. Durch diese Zahlung lässt sich derzeit eine höhere Rendite erzielen als durch den Abschluss etwa einer privaten Rentenversicherung.

Bei der Rechnung sollte freilich nicht außer Acht gelassen werden, dass ein immer größerer Anteil der gesetzlichen Rente versteuert werden muss. Ab den Renteneintritt im Jahr 2040 muss sie sogar zu 100 Prozent versteuert werden. Auch Sozialabgaben sind auf die gesetzlichen Renten fällig - hier zahlen die Versicherten den Arbeitnehmeranteil von derzeit 8,2 Prozent.

Lang leben bringt mehr Gewinn - auch finanziell

Und im Gegensatz zu Versicherungs-Lösungen oder anderen Kapitalanlagen ist einmal eingezahltes Geld im Rentensystem für immer gebunden. Wer also früh stirbt, kommt also nicht in den Genuss einer sehr langen Auszahlphase - und hat auch unter finanziellen Gesichtspunkten ein "schlechtes Geschäft" gemacht.

AB

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